der gute Soldat.

Vorwort.

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  • and there be faith.
  • and there be truth.
  • and there be children.
  • and there be democracy.

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Der gute Soldat.

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Am ersten Tag hatte sich der gute Soldat einfach in die Reihe zu den anderen gestellt.

Er versuchte zunächst, ein ehrlicher, anständiger Mensch zu sein.

Und wie gut er aussah! Das war ein gelungener Auftakt.

Der Versuch zählt.

Dies sagte sich der gute Soldat, fortan, jeden Tag.

Seine Frau und die 4 Kinder, die waren mächtig stolz auf ihn gewesen.

Als er am Morgen des ersten Tages mit seinem irdenen, in langen Wochen selbst gewobenen, dunkel-blau-grün erdfarbenen Anzugs, den er zum Teil mit Flicken aus alter, verschlissener Kleidung seiner Kinder versetzt hatte, die Treppe herunterging.

Auf zu den Menschen, die Pflicht ruft. Seine Frau hatte ihm noch einen Kuss auf die Wange gegeben.

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  • wie dient man als guter Soldat den Menschen?

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Wir gehen von einer Welt der Nationalstaaten aus, denn deren Existenz lehrt uns die Geschichte. Der gute Soldat verteidigte die Leben der Menschen, und die Werte seines Landes in Situationen, wo keine andere Hilfe mehr zu erwarten war.

Um ein guter Soldat zu sein, musste er zunächst selbst ehrlich und rechtschaffen sein. Denn sonst wäre er kein guter Mensch, und dann konnte er kein guter Soldat mehr sein.

Der gute Soldat wusste, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Also versuchte er, das elementarste Recht auf Leben und Unversehrtheit, an jedem einzelnen Tag seines Lebens zu schützen, denn dies war das Fundament seiner Grund legenden Gesetze. Ohne ein gutes Maß an Regeln, da kommst du nicht voran im Leben, hatte sein Vater immer zu ihm gesagt, wenn er als Kind dann Samstags immer Werkstatt fegen sollte, um an sein Taschengeld zu kommen.

Inzwischen war das Land in einem traurigen Zustand, heruntergewirtschaftet von korrupten Politikern aller Art, die den Staat, also die Menschen, inzwischen wohl als natürliche Beute betrachteten, und die nichts anderes im Kopfe hatten, als sich in der Vertretung von Partikularinteressen ihrer eigenen Klientel zu üben, ja, zu wetteifern.

Genug ist genug. Was gab es da noch zu sagen?

Last Man Standing.

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Das ist doch was für dich. Wie sieht’s aus – ein Mann, ein Wort?

Das hatte ihn gleich fasziniert, als guter alter Freund mit der Idee einst zu ihm kam.

Der gute Soldat wollte auch kein Lügner, Verbrecher und Menschenschänder sein, der irgendwann, nur noch selbstgerecht, auch mordend durch die Gegend zieht, nur um sich und seine Familie, sein Dorf, gar seine Nation oder Rasse durchzubringen.

Und so stand er auch dann zu den Werten seiner Verfassung, wenn es darauf ankommt. Alle Menschen sollten wichtig sein. So stand es geschrieben.

Es wurden ein paar Reden geschwungen, dann fragte ihn ein Kamerad mit den Worten, “Hey, Sie!”, warum er denn nicht die dunkelgrüne Dienstkleidung trage, wie alle anderen.

Ich wollte nicht, dass arme Menschen verhungern, während wir hier das Geld der Steuerzahler unnötig verschwenden, und da dachte ich mir, da gehe ich halt auch einmal mit gutem Beispiel voran, sagte der gute Soldat.

Aber wenn Sie uns diese dunkelgrüne Kleidung ebenfalls aus den verschlissenen Sachen ihrer Kinder gefertigt haben, Sir, dann werde ich mir diese selbstverständlich noch einmal ansehen, da der gute Kamerad wohl ein so genannter vor gesetzter Kamerad wohl sein sollte, wie ihm sein Nächster noch schnell zugeraunt hatte, dieser ihm aber besonders vorkam, da er ebenfalls stand.

Der Kamerad räusperte sich zweimal, hrrm, hrrrrm, dann hustete er plötzlich, als ob ihm ein Frosch im Halse stecken geblieben wäre, und dann schickte er ihn mit ein paar laut gerufenen Worten zurück in die Reihe zu den anderen, wohl um diese auf das Wohlverhalten des einzelnen aufmerksam zu machen, was er sich aber offenbar nicht anmerken lassen wollte.

Und Sie, Sie müssen noch viel lernen!, rief der gute Mann zum Schluss. und das stimmte natürlich.

Bei der Bundeswehr, da wurde zu der Zeit nicht lang gefackelt.

Am 2. Tag ging es dann gleich zur Sache.

Es wurden dann auf einmal Schusswaffen verteilt. Der gute Soldat legte die seine so schnell zu Boden, dass sie fast aufgeschlagen wäre.

He, Sie!, rief einer, aufheben!

Heben Sie die Waffe auf!!! – aufheben, sofort!! Sie da!

Entschuldigung, sagte der gute Soldat, ich würde lieber ohne Angriffswaffe kämpfen.

Ha! – Hah! — hab ich’s mir doch gleich gedacht.

Das könnte Ihnen so passen. Und wie wollen Sie dann ihren Sold verdienen, mein lieber Freund, wenn sie hier nicht einmal bereit sind, das Leben der Menschen bis auf’s Blut zu verteidigen, heh?

In seiner Ehre verletzt, nahm sich der gute Soldat den nächst besten Stuhl, der in der kleinen Baracke stand, in der sie eingepfercht waren, hob diesen blitzschnell vom Boden auf, schlug beide Hinterbeine einmal schräg zu Boden, auf dass das Holz krachend splitterte, und hob den Stuhl auf Augenhöhe, so schnell, dass der andere erschrocken einen guten Meter zurücksprang, und dabei fast das Gleichgewicht verlor, als er mit zwei anderen Soldaten zusammenstieß, die gedanken verloren mit ihren neuen Angriffswaffen herumspielten.

So, sagte der gute Soldat, und schaute vorsichtig halb an der hölzernen Fassade vorbei, um zu sehen, ob nun wohl schon der Krieg begonnen habe. Aber weit gefehlt.

Anstatt zu kämpfen, gar zu trainieren nur, erhob sich sofort ein unsägliches Geschrei, wie ein des Inhalts leerer Schwall aus Gesabber, Müll und Dreck, an dem selbst unbeteiligte Dritte so fast noch drohten einzugreifen, dass der gute Soldat fast das Gefühl hatte, sich eine ganze Weile im Kreise zu drehen, dabei stets darauf bedacht natürlich, niemand ohn Not zu verletzen. Wie konnte es anders sein.

Es gab da schon noch ein paar Diskussionen an dem Tage, weil nicht alle Kameraden so Fort das vorbildliche Verhalten des neuen, guten Soldaten verstanden hatten.

Da wunderte sich der gute dann doch ein wenig, aber er sagte nichts dazu.

Nach kurzer Zeit stellte der Soldat fest, dass es gar nicht so schwer war, ein guter Soldat zu sein. Denn schon nach kurzer Zeit war der Soldat viel besser in seinem Tun als alle, die er kannte, und die es gar nicht erst versuchten.

Ich bin wohl mal wieder mal der erste heute, dachte er oft.

Dies musste wohl etwas mit der allumfassenden Dekadenz, Verrottung, und Verrohung zu tun haben, die andere Soldaten offenbar als völlig normal betrachteten,

während sie täglich die Vernichtung der Andersdenkenden einübten.

Was für ein Idiotenspiel.

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  • Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, sagte sich der gute Soldat.

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Seine Wertordnung, die stand im Land Nordrhein-Westfalen, welches der Bundesrepublik Deutschland zu der Zeit weiter angehörte, im Grundgesetz.

Sein Arbeitgeber.

Er hatte verstanden, dass in diesem, seinem schönen Land, dem Land, in dem er geboren wurde, alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein sollten, und nicht etwa alle Deutschen. Vielmehr war ja gerade in der Verfassung vorgegeben, dass gerade derjenige, der die Grundpfeiler der Verfassung bewusst durch Verachtung und Missachtung schändete, alle diese seine Grundrechte verwirken sollte.

Auch wenn dies schon lange in Vergessenheit geraten war, wie so viele dieser Werte, so stand es doch darin geschrieben.

Der gute Soldat hob sich den alten Holzstuhl gut auf, und stellte ihn abends so auf eine Stufe, dass er noch ein wenig lesen konnte, bevor er zu Bett ging, denn in den ersten 4 Wochen, da schliefen sie alle zusammen gepfercht in der Kaserne.

Man musste ja nicht unnötig guts Material auf Steuerzahlerkosten verschwenden, was man vielleicht noch brauchen konnte.

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  • Was für ein Glück.

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Es ist schön, ein Vorbild zu sein, vor allem, wenn es zwar auf Widerstand stößt, aber doch so leicht erklärbar ist. Schon hat man weniger Zweifel an sich selbst, und das schlechte Gewissen ward lange nicht gesehen. Was für ein Glück.

All die Korruption, all der tägliche Lobbyismus der Partikular-Interessen, und diese ganze Vetternwirtschaft, diese linke Tasche, rechte Tasche Geldverschiebung, und die Veruntreuung von Steuergeldern, die seine obersten Dienstherren predigten, was wohl sogenannte “Politiker” in Berlin sein sollten, die ihrerseits zum Teil bis heute behaupten, Volkes Stimme zu vertreten…

… ja, wenn wir einmal ganz ehrlich sind – sie widerte den guten Soldaten innerlich an, denn er wollte doch gern ein guter Soldat sein, und kein besonders schlechter.

Also konnten diese Menschen kein Vorbild sein.

Der gute Soldat war überzeugt davon, dass Anarchie keine Lösung ist, weil Bürgerkrieg eine grausame Sache war. Ja, er fürchtete sich davor, dass alles so enden würde. Also brauchte es dennoch eine gewisse Ordnung.

Und so versucht der gute Soldat stets, zunächst selbst weiter ehrlich und rechtschaffen vorzugehen. Für die Werte der anderen kann man nichts, aber doch gerade wenn es darauf ankommt, dann muss man zeigen, dass man ein guter Soldat ist. Und was in diesem, seinen Land normal ist, das wusste der gute Soldat ganz genau.

Dies wurde ja gerade in den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes vorgegeben, den Unverfallbaren. Der Definition eines guten Staatswesens, an das der gute Soldat immer noch glaubte, par Excellence.

Der Definition von Normalität, von elementarem, rechtschaffenen Verhalten in diesem Land.

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  • Der Definition, die laut Verfassung für alle Zeiten gelten sollte.

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Den wichtigsten, unverfallbaren Grundlagen seines Staatswesens.
Die er ja nun geschworen hatte, an jedem Tag mit seinem Leben zu verteidigen.

Erstaunt stellte der gute Soldat bald fest, dass sein vorbildhaftes Verhalten Unruhe in der Truppe zu verursachen schien.

Bald sah sich der gute Soldat in einem Akt der inneren Notwehr befangen, ausnahmsweise doch lieber einmal selbst nachzudenken, und so begann er, sich nicht an schlechten Vorbildern, sondern an den Buchstaben der Verfassung seines Landes direkt zu orientieren, ja vielmehr, diese gar direkt im Kampf einzusetzen.

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  • Was ist das eigentlich für ein Staat, in dem ich lebe?

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Am Ende der 20 Artikel fand er heraus, was ein guter Soldat eigentlich verteidigen sollte.

Seine Heimat, das Land, sein Dorf, sein Leben, seine Familie.

Und viele andere sollten des Wertes gleich sein, nein, alle Menschen sollten vor dem Gesetz gleich sein. Alle Menschen, nicht etwa alle Deutschen. Alle Menschen, die ebenso ihr Land verteidigten. Er musste diese Grundwerte für alle gelten lassen, ohne Ansehen der Person, des Alters, des Familiennamens, der Abstammung, der Nation. Das sollte einmal die Bundesrepublik Deutschland sein, sein Dienstherr.

So stand es geschrieben.

Denn alle Menschen waren vor den Gesetzen seines Landes gleich, und töten sollte man dort auch nicht. Gut und richtig, dachte er noch, da fühlt man sich gleich besser. Ja, es war schon eine gewisse Herausforderung, ein guter Soldat zu sein. Aber es war keinesfalls unmöglich, wie er schnell feststellte.

Es war eben noch ein langer Weg.

In 70 Jahren war man erstaunlich weit vom Plan, vom Ziel, von diesen Werten abgekommen.

Wenn alles um einen herum zerfällt und zerrottet, da ist es tatsächlich sogar besonders leicht, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Man muss es einfach nur nicht ganz so schlecht machen, wie alle anderen.


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II. Der Bund und die Länder.

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  • Artikel 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Menschen, die der Bundes- republik Deutschland angehören, das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Nun wurde dem guten Soldat schnell einiges klar.

Im totalen Versagen der anderen sollte er selbst geradezu das Vorbild sein, ja musste er dies nicht vielleicht sogar direkt umsetzen?

Da schaute er dann doch lieber noch einmal schnell auf die wichtigsten anderen Artikel, welche ihm doch sein ganzes Leben als selbstverständlich und normal erschienen waren, so lange er noch in seinem eigenen Dorf gelebt hatte, und noch kein Soldat geworden war, der nun mit sogenannten Kameraden in einer Kaserne der Verrohung und Verrottung eingepfercht wurde.

Das soll hier wohl eine Art Dauer-Übung sein, Learning by doing, dachte sich der gute Soldat, und weil er rechtschaffen war und sein Geld, was zu der Zeit noch zwangsweise vom Steuerzahler eingetrieben wurde, natürlich auch auf ehrliche Art und Weise verdienen wollte, da fing der gute Soldat an darüber nachzudenken, wie man es grundsätzlich etwas besser machen könnte.

Besser für alle Menschen ist besser, als nur besser für mich und meine Familie, selbst wenn’s drauf ankommt, dachte sich der gute Soldat. Besser für alle Menschen bedeutet, niemals werde ich meine Familie retten, indem ich andere töte, außer in einem Akt der direkt lebensrettenden Nothilfe. Und in allen anderen Fällen sollte das auch gelten. Denn alle Menschen sollten vor dem Gesetz gleich sein, und dabei sollten weder Rassismus, Nationalismus noch Bevorzugung im Einzelfall gelten. So stand es geschrieben.

Und dann begann er, auch dieser Idee zu folgen.


about The Freedom of Association
Art. 9 GG Abs. (3):  die normative Definition allgemein nützigen Verhaltens.

  • ein richtig guter Soldat zu sein.

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Der gute Soldat baute seine Waffen nun ausschließlich selbst, denn er hatte gesehen, wie selbstherrlich, verroht und verrottet einige seiner Kollegen das tägliche Morden übten, und so wollte er lieber nicht Teil einer Maschinerie sein, welche am Töten von Menschen Geld verdient. Mach’s richtig, oder lass’ gleich bleiben, sagte er sich immer.

Und solche Menschen wollte er auch nicht mehr unterstützen.

“Ha, du bist ja lustig. Und was dann, fragten seine Kollegen?” –

“was ist denn dann, im Krieg?”

also fing er an, sich seinen Sold als Ehrbarer und Rechtschaffener Mensch zu verdienen, so wie alle anderen Menschen auch. Um den anderen ein Vorbild zu sein. Denn sie hatten offensichtlich noch gar nicht verstanden, wie gut sich ein ehrbares Leben von innen anfühlt. Die lachten nur immer, wenn er zu Fuß zur Kaserne kam.

Zumindest am Anfang.

Zunächst sorgten seine Versuche, sich seine Waffen jederzeit selbst aus der Natur zu reißen, noch für Heiterkeit bei seinen Kollegen. Doch nicht lange, da gingen ihm die schlimmsten Sprücheklopfer auf einmal aus dem Weg. Denn der gute Soldat war der einzige, der in der Truppe seine Waffen selbst herstellen konnte, und zwar mit einigem Geschick, jederzeit, und an jedem Ort.

Das brachte ihm schnell eine Art Ehrfurcht ein von der Art, dass man in seiner Gegenwart wohl besser nicht über Mord und Totschlag reden sollte, denn stets fing der gute Soldat wortlos an, sich eine grauenhafte, aus spitzen, frisch abgerissenen Ästen bestehende Selbstverteidigungswaffe zusammenzusetzen, und furchtlose Entschlossenheit zu demonstrieren.

Doch immer, wenn er sich eine neue, bessere Waffe zur Selbstverteidigung konstruierte, dann vernichtete er sofort die andere, bevor er sie ablegte, und sie einem Feind in die Hände fallen könnte. Denn er hatte seine Werte mit einem einzigen Menschen, seiner Frau, geteilt, und sie wollten diese ihre Werte gemeinsam an ihre Kinder weitergeben.

Und so wollte der gute Soldat nicht, dass eines Tages seine wenigen, oder, welch schreckliche Vorstellung, noch gar Kinder anderer Eltern diese Waffen fanden, sich verletzten, oder von einem verrotteten Mensch durch sie getötet wurden.

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott, sagte sich der gute Soldat immer.

Also kümmerte er sich lieber selbst darum.

Als guter Soldat muss man leider auch das Böse in anderen Menschen bedenken.

Das nennt man dann wohl Verantwortung tragen, dachte sich der gute Soldat. Ehr gut.



  • Sein Vorgesetzer fragte ihn,

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  • vor allen anderen,
  • ob er zurück in die Steinzeit wolle?

Nein, nein, sagte der gute Soldat. Durchaus nicht.
Ich gehe hier nur mit gutem Beispiel voran.

Wenn Krieg ist, müssen wir davon ausgehen, dass vieles zerstört ist. Und wenn nur eine einzige der todbringenden Waffen, die ich heute an mir trage, defekt ist, so werde ich meinen Sold verweigern, bis es mir gelungen ist, sie wieder zu einer todbringenden Waffe zusammen zu setzen, denn ich bin ein ehrlicher, rechtschaffener und kampferprobter Soldat, und ich bin entschlossen, die Werte meines Landes jeden Tag zu verteidigen. Und ich würde niemals auf Kosten des Steuerzahlers leben, wenn ich kein guter, ehrbarer und jederzeit entschlossener Kämpfer wäre, denn ich achte die Werte unserer Verfassung, jeden Tag.

Auch heute, Sir!

Ich wollte doch nur den Wohlstand fördern,

sagte der gute Soldat. Und dann baute er blitzschnell einen furchtbaren Speer, indem er einem nahe stehenden Baum den nächsten Ast entriss, mit bloßen Händen. Er hielt den Speer entschlossen, wie eine Abwehrstange, quer vor sich in der ausgestreckten Faust, entschlossen, auch diesen zentralen Wert seines geliebten Vaterlandes, das Allgemeinwohl, bis auf’s Blut zu verteidigen. Da sagte dann auch der Vorgesetzte lieber nichts mehr, und auch die Umstehenden waren auf einmal ganz still.

Man konnte ja nie wissen.

Also die anderen, dachte sich der gute Soldat, die stehen im Grunde genauso hilflos und verzeifelt vor der Sache hier, wie ich.

Vor allem die Vorgesetzten, weil die mehr Verantwortung tragen.

Und deswegen testen die uns wohl auch jeden Tag, mit ihren besonders grausamen, ja, gesinnungsfeindlichen Anfragen.

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Tja ja, anfangs wurde er tatsächlich dafür eingekerkert, Worte wie Taten, ein ums andere Mal auch einfach nur zum Nachdenken nach Hause geschickt.

Und sei es nur, dass er im Nahkampf mal wieder eine dieser völlig Sinn- und Zweckbefreiten Angriffswaffen zerlegt hatte, die wohl noch aus Beständen von vor der Zeit der Verfassung, ja des Buchdrucks stammten. Das ganze nutzlose Zeug wurde teils bis heute immer noch zum Training eingesetzt.

Jedes Mal auf’s neue, das Theater mit den sogenannten Vorgesetzten Kameraden. Zum Teil konnten die richtig laut werden, ja, man hätte es fast Gebrüll nennen können. Auf kluge Argumente, eigene Gedanken gar, da gaben diese Herren insgesamt nur wenig. Die wollten einfach nur rot anlaufen und in eine Richtung brüllen. Selbst das Wort Ruhe!, wenn der gute Soldat es doch noch einmal versucht hatte, sein Vorgehen zu erläutern, das hatte bei denen eine Lautstärke…

Als ob der Krieg nur mit Soldaten gewonnen werden könnte, die den denkenden Teil ihres Gehirns am Tor zur Kaserne abgegeben hatten.

Und nun das.

Krank geschrieben.

Als ob ihm geistig etwas fehlte, wurde er auf einmal unmittelbar durch Strafandrohung gezwungen, auf Kosten anderer, teils wirklich kranker Menschen krank zu feiern. Da wurde auf einmal wieder Sold überwiesen, obwohl er einfach nur zu Hause über alles nachgrübelte, und zu der Zeit doch nicht recht weiter kam. Und Medikamente noch dazu. Es war schade um das ganze teure Zeug. Der gute Soldat nahm nichts davon.

Es wurde einfach ‘krank’ geschrieben?. Es war doch einfach nicht zu fassen. Man konnte fast meinen, da wollten ihn ein paar Leute loswerden.

Verrückt. Einfach wie verrückt.

Es lag ihm schriftlich auf dem Tisch, offiziell gezeichnet:

Militär-Psychologe.

Was für ne fiese Zecke hatte sich denn da nun wieder mitten in den Pelz gesetzt.

Was der sich wohl verdiente, dass der bei der Sache mitgemacht hat.

It’s not just fun.

War Games are Hunger Games.

Und wieder wurden Tausende Menschen zu noch härterer Arbeit gezwungen, weil man einen der letzten rechtschaffenen Bürger vorerst aus dem Verkehr gezogen hatte.

Es gab da Politiker, im fernen Berlin, die nannten so ein schäbiges Verhalten gar sozial.


Albert Einstein - any intelligent fool


Was Menschen so machen.

Gibt schon ein paar durchgeknallte Mäuse, hier draußen im Krieg, dachte sich der gute Soldat.

Selig sind die geistig armen, denn ihrer ist das Himmelreich.

Das hatte er mal in der Kirche gehört, und nun verstand er auch, warum das wirklich wichtig war, wirklich wichtig sein konnte. Zu wissen, was in der Bibel geschrieben stand.

Bei seiner ersten Anhörung wegen Hochverrats übergab er dem Ankläger, einem provisorischen Schwurgericht aus sogenannten Vorgesetzten Kameraden, die sich im Landgericht Bielefeld versteckt hatten, einige Thesen, die er seinem in einigen Nächten böser Vorahnung auswendig gelernten Abbild der Verfassung entnommen hatte.

Tja ja. Da war er fein heraus.

Jetzt hatten die Herren ein Problem, das merkte er schon bald recht deutlich.

Die Herren wollten sich dann doch lieber noch einmal mit übergeordneter Stelle beraten, nein, Anweisung einholen, ob nun Hochverrat oder doch Verfassungstreue richtig sei. Man kann es auch zu gut machen wollen, sagte einer der oberen 10.000 noch.

Der nannte sich tatsächlich Oberst von Grafenreuth, und man sollte den auch so ansprechen. Tja ja. Die hatten das Training schon gut vorbereitet, die Kameraden.

Gibt schon ein paar verrückte Mäuse, hier draußen im Krieg, dachte sich der brave Soldat wieder.

Au weia. Klappe halten!
Das konnte ja heiter werden.

Aber im Grunde sah der gute Soldat durchaus Potential für seinen Ansatz, wo sonst nichts war.

Seine Anwältin hatte ihm noch verzweifelt geraten, sich doch ein wenig mit seinen guten Worten zurückzuhalten. Dabei hatte er keineswegs vorgehabt, die Versammlung der Herren der Jura zu stören! Er wollte einfach nur die Rechtmäßigkeit seines Handelns positiv feststellen lassen. Das sollte doch wohl kein Problem sein.

Als dann aber seine Anwältin noch anfing, sich auf faule Kompromisse einzulassen, da hatte er sie erst betreten zur Seite genommen, ob sie denn seinen Antrag gar nicht vertreten wolle. Das brachte die gute Frau dann vollends aus der Fassung, woraufhin der gute Soldat vom Schwurgericht höchstselbst gebeten wurde, doch bitte einmal in eigener Person zur Sache Stellung zu nehmen. Und da man vor Gericht nicht lügen sollte, da hatte der gute Soldat aus seinem Herzen auch keine Mördergrube gemacht.

Zu Weihnachten des Jahres 2018 A.D. hatte sich die Situation dann so weit verfahren, dass selbst die gute Anwältin, die beste die er hatte finden können in der Zeit, aus Rücksicht auf ihre eigene Familie ihn bat, ihr Amt und Mandat niederlegen zu dürfen, weil sie selbst noch Kinder aus erster Ehe zu versorgen hatte.

Und da hatte der gute Soldat sie vor Gericht als Zeugin des Verfahrens benannt, auf dass die gute Frau nicht Hunger leiden solle, denn auch sie wollte gern ihr Mandat weiter ausüben, im allgemeinen Falle, auf dass sie nicht auf Kosten der vielen anderen geplagten Menschen leben müsse. Die Kosten mussten dann ja eh die Schuldigen tragen, in dem Falle also die Anklagenden Kameraden, denn da er sich Kraft Amtes direkt auf seine Verfassung berufen hatte, da war die Rechtslage eindeutig geklärt.

So ist das nun mal vor Gericht.

Und Sie wissen ja: die Mühlen der Justiz, sie mahlen langsam, aber gründlich.

Und wenn nicht, dann helfe ich ein wenig nach, hatte der gute Soldat im Herausgehen noch gesagt, als die Verhandlung schon beendet war. Wozu ist man Soldat geworden, wenn nicht dafür. Einmal Soldat, immer Soldat. Da lässt man sich doch nicht von ein paar Vorgesetzten Kameraden verhohnepipeln, die selber keine Ahnung haben, was in diesem Land richtig und falsch ist!

Ich helfe gern, hatte der gute Soldat noch gesagt.

Nach kurzer Zeit, kam dann ein Schreiben, das wohl von ein paar korrupten Bürokraten aufgesetzt wurde, dass seine Dienstzeit nun bald wieder beginnen sollte, ja, man amtlich festgestellt habe, dass er arbeitsfähig sei. So weit, so gut. Nur seine Waffe, die sei inzwischen leider verstorben, tief drunten in den Archiven vom Landgericht Bielefeld, und können ihm von daher nicht mehr zugestellt werden. Aber er sei nun auf Lebenszeit frei gestellt. Und er brauche auch nicht unbedingt in die Kaserne zurückkehren, stand da noch.

Ha!

Das hatten sich die Schlaumeier ja fein ausgedacht.

Die arbeiteten ja echt mit allen Tricks, die verdammten Bürokraten in der Stadt.

Es war unfassbar. Der gute Soldat nahm sich das Wochenende frei, und dann erschien er pünktlich um 5:30 Uhr am Montag morgen wieder in der Kaserne.

Ich muss hier auch mein Geld verdienen, was habt ihr denn gedacht!

sagte er dem vorgesetzten Kameraden, wo sie ja den Prozess verloren hatten, und da er auch recht grimmig eine provisorische Angriffswaffe vorzeigte, die er sich aus einem kräftigen Holzknüppel gebaut hatte, da sagten seine Kameraden lieber nichts mehr.

Ruhe!

schrie einer noch, dann war auch das geklärt.

Sie hatten es nun endlich verstanden.

Last Man Standing.

Tja ja.

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Man muss schon auch gewinnen wollen, sonst kommt man eben nicht voran im Leben.


Am ersten Tag hatte sich der gute Soldat einfach in die Reihe zu den anderen gestellt.


Am nächsten Wochenende las der gute Soldat dann doch lieber selbst noch einmal nach.

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I. Die Grundrechte

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  • Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Die Bundesrepublik Deutschland bekennt sich zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

  • Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich. […]

  • Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. […]
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. […]

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  • Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. […]

  • Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten, und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. […]

  • Artikel 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.


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An dieser Stelle hörte der gute Soldat auf zu lesen, denn was er nun überflog, in den folgenden Artikeln, das erschien ihm schon an dieser Stelle einfach nur als Ausprägung, ja einfache Detaillierung dieser Grundwerte. Und nun fiel es ihm auf einmal wie Schuppen von den Augen, wie er sich als guter Soldat verhalten musste.

Art. 1 GG, Abs. (3): diese Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Na, das ist ja der Hammer, dachte er.

Es war doch völlig klar!

der gute Soldat war Teil der staatlichen Ordnung, denn er hatte sich entschlossen, ja geschworen, die Verfassung zu ehren und zu achten. Und man hatte ihn offiziell in den Kreis der Soldaten dieses Landes aufgenommen, denn er hatte für kurze Zeit an einer Universität gelehrt, zuvor viele Jahre kostenfreie Bildung auf Kosten der Anderen genossen. Doch um andere zu lehren, war er angehalten worden, ein einziges Mal zu schwören. Er hatte sich verpflichtet, die Verfassung zu achten, ja zu verteidigen. Andere waren vor Ort eingeschworen worden, wo auch er seinen Schwur wiederholte.

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  • Lebenslang.

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Also nahm der gute Soldat die genannten Grundwerte als verbindlich an, bis zu dem Punkt, dass sowohl das Eigentum aller anderen Menschen sowohl geschützt werden müsse, wie ja auch der Besitz eines Hauses, eines Fahrzeugs, eines Geldscheins diesen zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen verpflichtete.

Das wusste der gute Soldat ja schon aus seinem früheren Leben.

Prima, dachte sich der gute Soldat.

Dann darf ich wenigstens schon mal keine Bomben werfen. Und so tat er das auch nicht. Er erläuterte es auch den Kameraden mit den Panzern, aber die schüttelten nur den Kopf, denn bevor sie da drüber nachdenken, da würden sie wirklich verrückt, und da wollten sie doch lieber weiter Panzer fahren.

Er wollte aber dennoch aufzeigen, dass wenigstens einer im Feld verstanden hatte, was ein guter Soldat war.

Auch wenn er stets versuchte, die Freiheit all der Anders denkenden Kameraden in maximal noch rechtlich zulässiger Weise zu tolerieren, so hatte er doch kein gutes Gefühl dabei. Einer ist besser als keiner, sagte er noch. Doch ab wann war es denn überhaupt geboten, nicht nur recht mäßig zu handeln, sondern auch recht zu sprechen, gar gutes recht zu sprechen, gar zu schaffen in der Not,

Kraft seines Amtes?

Und so fehlte er so manches Mal, bis er ein wenig klüger, und die vielen disruptiven Anarchisten, die zu der Zeit zahlreich Militär und gar den sogenannten Beamten-Apparatschik befallen hatten, ein wenig mehr Respekt aus Abstand hielten, wohl um in weiser, gerechter Vorahnung ihres eigenen schlechten Gewissens nicht höchst selbst eines Tages unter Beschuss, gar Angriff zu geraten.

Angriff ist die beste Verteidigung, so dachte er in solch verirrten Tagen manchmal selbst. Da musste man richtig aufpassen, sich nicht bald selbst in einer düsteren Dystopie Orwell’schen Ausmaßes gefangen anzusehen.

Ihm half an jedem Morgen nun der Blick in den Spiegel, der Blick zurück, und dann wusste er wieder, dass er endlich auf dem richtigen, dem gerechten Weg unterwegs war. Er war klug, und so, wie es ihm als Kind schon ergangen war, wie es dann die ganzen Jahre weiter bergab gegangen war, so konnte es einfach nicht mehr weiter gehen mit dem Land. Auch wenn er wusste, dass viele andere Menschen ebenso dachten, da war es doch schwer festzustellen, was die meisten Menschen dachten, weil sich immer mehr Menschen ob der vielen, von bösartigen Anarchisten aufgestellten Honig- und Subventionstöpfen, Verordnungen, Anträgen, Boni und Formularen inzwischen gar nicht mehr zu recht fanden, ja wussten, was richtig und falsch war.

Ob Landwirt, Holzfäller, Arzt, Apotheker, ob Pfarrer, Lehrer oder Kindergärtnerin, ob Krankenschwester oder Krankenpfleger, ob Bergbauer, Talfahrer oder Fischer.

Kaum hatte jemand ein ehrbares, rechtschaffenes Gewerbe erschaffen in dem Lande zu der Zeit, und hätte er, hätte sie nur eine kleine Kanne Milch an die Straße gestellt zum guten Preis von 10 ct für die Armen, ein Brot für einen Euro gewerblich gebacken, nur ein paar Scheffel Weizen 🌾, Gerste, Roggen und Mais 🌽 von Bauern der Region gesammelt, vermischt als Grester Urkorn wieder ausgesät und angeboten, schon kamen korrupte Bürokraten und Messdiener aller Art verwegen hergelaufen, und wollten nicht nur Beute machen, nein, sie stellten ganze Schriften des Verbots gleich zu, angeblich Gesetz. Was sogar stimmen mochte, auch wenn das meiste nur Verordnungsrang hatte.

Rein rechtlich gesehen konnte das ja ein jeder ehrbare Arbeiter, Landwirt, oder sogar Kaufmann per einfachem Brief an die Behörde mit Verweis auf die Verfassung und ein paar Worten der Logik sofort aufheben lassen, da diese ja dann aufgrund der Konstitution eines Rechtsstaats verpflichtet war, die Sache ordnungsgemäß zu prüfen, damit der Rechtsstaat nicht unmittelbar zerfiel, aber wer achtete denn zu der Zeit überhaupt noch das Recht, also wer wusste denn überhaupt noch zu sagen, was geh recht war? – wer hier nicht viel und gut auf armer Leute Kosten lebte, der wurde mit Vollstreckung seiner Existenz sehr bald schon bedroht. Nicht selten, oft war dann dem letzten rechtschaffenen Werker manchen Dorfs die Puste ausgegangen, ja, es hatten sich schon Menschen aufgehängt, die keine Chance mehr hatten. Nur weil sie etwas besser nun wenigstens noch voran gehn wollten auf dem Lebensweg, ohne dem nächsten in die Taschen ‘nein, zu greifen.

Man konnte es nicht mehr mit ansehen, die ganze Dekadenz, landauf, landab.

Was für ein Quatsch.

Verantwortung tragen, gar wahrzunehmen, kann in der Praxis furchtbar und anstrengend zugleich sein.

Diese Erkenntnis war ihm zu der Zeit noch neu, doch auch er musste einen Weg finden, seine Familie zu ernähren. So war es eben, wenn gleiches Recht für alle gelten sollte. Er fragte sich oft, ob all die korrupten Beamten und Politiker im fernen Berlin auch selbst jemals darüber nachgedacht hatten, oder ob es denkbar sei, dass sie genau diese, genau diese so furchtbar ungerecht verdrehte und verkehrte Welt nicht täglich auf’s neue weiter schufen und erdachten, mit all ihrem unsäglichen täglichen Gesabber, was aus den vielen Televideogeräten nun an Menschen aller Art sogar schon fast täglich auf der Straße an die letzten einfachen, ehrlichen Leute verteilt wurde, wie man sie noch von früher kannte.

Man ist hier ganz allein auf sich gestellt, allein auf weiter Flur.

Erfolg macht einsam.

..



..

Von Krankheit und Verrat, da wurde ab diesem Zeitpunkt nur noch hinter seinem Rücken gesprochen, wenn überhaupt. Ihm wurde da so manches zugetragen.

Aber der gute Soldat war ein ehrlicher Mensch, und so gab er nichts auf solch Gerüchte. Sein ehrlich und im guten Glauben verdienter Sold aber, der kam zu der Zeit nur noch selten pünktlich am ersten des Monats, wenn überhaupt.

Gleiches Recht für alle, oder nicht jetzt, ehrlich? – glaubst du noch selbst daran?

Wie lange sollen wir denn noch so weitermachen, sagte seine Frau eines Tages, als sie die Kinder wieder einmal ohne Frühstück in die Schule schicken mussten.

Das hatte den guten Soldat schwer getroffen.

Der Tag, an dem seine eigene Frau am Weg zu zweifeln begann.

Weil sie den Kindern kaum noch etwas zu Essen hatte kaufen können.

Vertrau mir,

hatte der gute Soldat an diesem Morgen noch zu seiner Frau gesagt.

Und wieder hatte sie ihm einen letzten, flüchtigen Kuss auf die Wange gegeben.

Dann hatte der gute Soldat ein kräftiges Stück Holz vom Baum gerissen, der dem Rand auf ihrem kleinen Grundstück am nächsten Stand, und war zu Fuß zur Arbeit gegangen. Den schönen alten, dunkelblauen Volvo, den hatten sie schon vor 6 Monaten verkauft. Auf dem Weg zu seiner Arbeit, kurz vor 8 Uhr an dem Morgen, da schaute der gute Soldat nun persönlich, nur mit seinem einfachen Holzknüppel bewaffnet, im Landgericht zu Bielefeld am Teutoburger Wald vorbei.

Es war ja immer noch die alte Rechnung offen.

Manchmal ist es gut, wenn man wichtige Entscheidungen auch einfach selber trifft, anstatt ein halbes Dutzend Leute von der Arbeit abzuhalten.

Und der gute Soldat fürchtete sich schon ein wenig, vor diesem letzten Tag, den er seit langem hatte kommen sehen, wenn er ganz ehrlich war.

Man soll ehrlich und recht schaffen sein, sagte der gute noch zu sich selbst.

Aber von diesem seinem Plan, da hatte er seiner Frau dann lieber doch nichts erzählt.

Sie hätte sich ja doch nur unnötig Sorgen gemacht.

Denn in dem Land, wo der gute Soldat mit seiner Familie nun lebte, da galt immer noch der Grundsatz gleiches Recht für alle. Und so hatte sich der gute Soldat im Grunde seines Herzens überhaupt nichts vorzuwerfen, und schon bald, da entlockte ihm der Wind ein kleines Lied auf seinem Wege. Erst pfiff er ein wenig durch die blauen, kalten Lippen, doch schon bald, da konnte man ein singenden Soldat aus voller Kehle trällern hören.

Im Grunde war es natürlich schon eine richtig traurige Sache, auch wenn gerade hinter ihm die Sonne aufging, so dass er manchs mal stehen blieb, um die wundervolle Schönheit der Natur einfach nur anzusehen. Und so ging ihm recht bald das Herz auf, und so schöpfte er noch ein letztes Mal neue Kraft auf seinem Weg. Und noch einmal, so ging es weiter.

Wir leben, so lange wir am Leben sind, dann sind wir tot.

Und vorher nicht. Das Leben geht weiter.

Man muss an seine Sache glauben.

Genau so.

So war’s richtig.

Dem guten Soldat wurde ein wenig leichter, ums Herz.

Ein paar Vögel kamen geflogen, erst Spatzen nur, dann wohl auch Tauben, und da er ein paar Krumen Brot an der alten Maschine er noch gefunden hatte, mit der das Brot sie stets den Kindern zubereitet hatten, da säumten sie bald zahlreich seinen Weg.

Den Weg der ersten Menschen, die so bald Gerechtigkeit herstellten, in seinem Lande.

Vergib ihnen, Herr, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Auch den verdammten, korrupten Bürokraten in dem Amte, was ich heut besuche.

Der Sold von vor über einem Jahr, dem Monat, als er sich sicher war nichts falsch gemacht zu haben, was man ihm derart hätte zur Last legen können.

fast wie heute.

Und wo er dann abends noch den kleinen Brief mit seiner Frau geschrieben hatte, bevor sie müde und erschöpft ob Tages harter Arbeit ins Bett gefallen waren.

Heute war nun der Tag.

Wer wenig nimmt, der muss das wenige zusammenhalten, so hatte es damals, in den so fernen 80er Jahren, noch vor dem großen Millenium, auch schon sein Großvater immer mal wieder zu ihm gesagt. Wenn von der guten alten Zeit den Kindern er zu erzählen pflegte, wo sie ihre Schuhe in der Tischlerei noch aus dem Holz des nahen Waldes selbst geschnitzt hatten, nach dem großen Krieg. Als kein Schuster mehr im Dorf noch lebte, und der alte Schuster Koch noch in Gefangenschaft war.

Die Zeit des Wartens war vorbei.

..



..

Daran konnte sich der gute Soldat an diesem Tag, wie er zu seinem eigenen Erstaunen feststellte, wie aus purem Zufall fast, noch gut erinnern.

Genug ist genug, so hatte sich der gute Soldat noch vorgenommen zu beginnen, als er die Tore, nein, die einfachen blass-gelben Schilder dieser Stadt nun bald er vor sich sah.

Für eine Mauer aus Stein, da ward in dieser Stadt schon lange kein Budget mehr da.

Also Kämpfen konnte der, schrieben ein paar freie Journalisten wenig später auf SocialMedia, und schon nach kurzer Zeit, da versammelte sich am 1. jeden Monats eine solch entschlossen reinblickende Combo, gar eine Gruppe von Menschen, meist wohl bestehend aus den letzten rechtschaffenen Menschen und einer großen Zahl an Schaulustigen, die sich wohl auch mal nen kräftigen Holzknüppel basteln wollten, vor dem Landgericht, dass ihm ein findiger Bürokrat dann doch lieber eine Sondererlaubnis auf ein langes Stück Brennholz ins Gericht zu tragen ausstellte, nachdem ein Fenster nahe seinem Arbeitsplatz kaputt gegangen war.

Es wurde dann ja auch bald kalt, im Winter.

Sie wissen ja, wir ehrlichen, rechtschaffenen Menschen, wir würden uns doch nie ‘ne Angriffswaffe aus Metall zulegen. Das macht man doch nicht. Wahre Menschen brauchen sowas nicht, die armen Leute stehen einfach in der Not zusammen. Man hilft sich von guts nach bar zu nachbar, und erst, wenn die Not am Größten ist, wenn man die eigene Familie nicht mehr versorgen kann, da greift der Notwehrparagraph dann zu. Man kann sich doch nicht einfach so umbringen lassen, wenn Frau und Kind seit Wochen zu Hause auf das Essen warten.

Schwerter zu Pflugscharen,

riefen die einen noch, als erste blaue Lichter der schnell herbeigerufenen, ja einen ganzen halben Kilometer herbei gefahrenen Bereitschaftspolizei über den Platz bald zuckten.

Buy bye, le feel D, when they took my last child away,

Buy bye, le feel D, when they take your child, next day,

sangen die anderen.

Nicht ohne guten Grund, hatte er gelesen.

Es gab wohl Menschen in der Stadt, bei denen hatte das Jugendamt, nein, das Amt für Jugend und Familie, inzwischen sogar einzelnen Eltern die eigenen Kinder weggenommen, ja, man munkelte gar, per Formblatt ohne Widerspruch und Einspruchsmöglichkeit weggenommen, um sie in staatliche Obhut zu nehmen, und die korruptesten der Bürokraten, offenbar gedeckt von anarchistischen Politikern, die dort inzwischen hemmungslos regierten, die steckten diesen Kindern noch kräftig Geld ins Maul, weil die eigenen Eltern da gleich negativ aufgefallen waren, nachdem sie in der ein- oder anderen Form dort vorgesprochen hatten mit der Bitte, die eigenen Kinder doch selbst noch sehen und versorgen zu dürfen, oder die gar mit Verweis auf die Rechtslage das ein- oder andere Schreiben ans Amt gerichtet hatten.

Da wurde derart rücksichtslos durchgegriffen, dass nicht nur sogleich alles versucht wurde, die Familie zu zerschlagen, nein, da wurde oft genug noch genau dem Elternteil die Rechnung geschickt, der so das eigene Kind verloren hatte, ob der nun ärmer war, oder nicht. Stabilität herstellen nannte man das. Und arme, ehrbare Menschen, die wurden da wohl noch besonders hart davon betroffen gemacht.

Diese Eltern durften lebenslang die Rechnung zahlen, dafür, dass sie ihr eigenes Kind zeit Lebens nicht mehr wiedersehen sollten, auf dass gewissenlose, gemeine Beamte und Politiker sich denn noch beizeiten, wenn sich mal wieder einer aufgehängt hatte, ein schönes altes Landhaus unter den Nagel reißen konnten.

Fassungslosigkeit.

Ab und zu, an Tagen, wo die ersten Menschen sich auf offener verbrannten zu der Zeit, um ein Zeichen zu setzen – es muss um das Jahr 2020 gewesen sein – da stellten sich korrupte Politiker aller Couleur sich dann selbst in Berlin ans Mikro, um ihr verlogenes Beileid allen Opfern noch ganz schnell zu bekunden, und dass sie das ja auch nicht alles gerecht und rechtens fänden, nur um dann jahrelang gar nichts zu unternehmen. Man genoss ganz einfach nur den Ruhm der medialen Beweihräucherung. Wie toll das alle Journalisten fanden.

Tja ja. Bürgerkrieg. So geht das.

Man konnte wohl ganz gut dabei verdienen.

Der gute Soldat stellte sich einfach am Ende der Schlange der noch in der halben Dunkelheit des frühen Morgens wartenden, frierenden Menschen an.

Er versuchte noch, sich nichts anmerken zu lassen, während weiter vorn die ersten Passierscheine an einfache, ehrliche Menschen ausgestellt wurden, die vor dem kleinen, rückwärtigen Eingang des Landgerichts versammelt hatten, um wohl auch ihren gerechten Lohn vom Amte zu erbitten, ja, der gute Soldat wagte den Gedanken kaum in Gedanken auszusprechen, Kraft seines Amtes freundlich, und doch bestimmt, einzufordern an dem Tage, direkt am Schalter der Kasse des Landgerichts zu Bielefeld, wo letzte Münzen wohl noch vorrätig sein sollten. In dieser von korrupten Bürokraten und Politikern zuletzt rot-grüner Couleur völlig verarmten, gar bald bei den Menschen seines Landes völlig überschuldeten Stadt, die sich noch immer Bielefeld am Teutoburger Wald zu nennen wagte. So hatte er zumindest gehört.

Was Menschen so machen.

Das viele gute Geld der Menschen aber, das war gar nicht verschwunden.

Das hatten diese Leute längst noch immer tief in die nächste Tasche dreingesteckt.

..

Und dann ging alles ganz schnell.

Verhungern, oder nicht, so galt es inzwischen, für gute, rechtschaffene Demokraten.

Und man staunt ja nicht schlecht.

..

Der letzte wahre Bürokrat reichte das weiße, dünn beschriebene Blatt Papier durch die kaputt gegangene Scheibe, und schon sehr bald, da wurde es auch vorne an der Front gleich viel ruhiger.

Es musste wohl eine Mischung aus Respekt vor dem einfachen Stück Brennholz und dem schlechten Gewissen ob der Bürde aus vielen, vielen Jahren zu tun haben.

An mir kann es ja eigentlich nicht liegen, dachte sich der gute Soldat. Man muss auch nicht immer gleich übertreiben. Dann half er den verletzten Kameraden von der Bereitschaftspolizei wieder auf, bevor er sich selbst versorgte. Vom den vielen Schaulustigen, da schien kaum jemand ernsthafte Blessuren davon getragen zu haben.

Das sah der gute Soldat mit einem Blick. Was da für eine Erleichterung, gar Heiterkeit um ihn herum auf einmal herrschte! Man hätte es fast Jubel nennen können. Es war wohl auch Gebrüll dabei, aber nach richtigen Schmerzen klang ihm das nicht.

Und Notwehr war ja erlaubt, das hatten die Kollegen ihm noch gesagt, in der Kaserne.

Jetzt will ich aber meinen Sold, den ich mir ehrlich und recht schaffen verdient habe, sagte der gute Soldat. Und auf einmal, da war das überhaupt kein Problem.

Man glaubt es kaum.

Was doch ein einfaches, weißes Blatt Papier manch Mal bewirken kann. Das mit dem Sold auszahlen, das klappte schon bald sehr viel besser in dem Amte. Auch wenn die letzten Widerstandsnester korrupter, verfassungsfeindlicher Anarchisten, welche es offenbar immer wider schafften sich, teils gar als Polizisten verkleidet, in das Amt zu schmuggeln, um erbitterten Widerstand gegen Volkes Wille zu leisten und die ersten Menschen der Bundesrepublik Deutschland in den sicheren Hungertod zu treiben, ja des Staates Verfassung höchstselbst zu besudeln, so nahm der Aufruhr in den nächsten Wochen doch schnell ab, nachdem der letzte wahre, mitfühlend soziale Bürokrat den findigen Ausweg formalisiert hatte. Wenn er zur Gerichtskasse durchkam, dann hatten sie seinen Sold meist ganz schnell ausgerechnet.

Der gute Soldat war mächtig stolz, denn nun hatte er die erste Familie vor dem Hungertod bewahrt, ohne selbst zum Mörder zu werden.

Privacy Protection.

Die Leute im Landgericht, die kannten ihn inzwischen, dachte er manchmal. Aber er machte sich nichts daraus, und er stellte sich, nur mit einem einfachen Holzknüppel bewaffnet, stets hinten an die Schlange vor dem Amte. Denn als guter Soldat, der er ja auch den Rechtsstaat bis zum letzten Atemzug zu verteidigen entschlossen war, hatte er selbstverständlich, dem Transparenz-Gedanken folgend, den Menschen stets auf SocialMedia über seine Arbeit berichtet. Und alle Menschen sollten ja nun einmal vor dem Gesetz gleich sein, in seinem Land. An guten Tagen hatte der gute Soldat sogar den Eindruck, dass es nach seiner Ankunft gleich ein wenig schneller voranging, an schlechten Tagen zogen die letzten korrupten Anarchisten im Hintergrund schon ihre Schläger-Trupps zusammen, während er noch schnell den letzten Tweet absetzte.

Aber nun ja. Ein guter Sold will redlich verdient sein, und man musste schauen, wo man am besten helfen konnte, in dem korrupten Staate zu der Zeit.

Was Menschen so machen.

Natürlich.

Viel Feind, viel Ehr.

Das hatten sie sich in der Kaserne auch immer gesagt.

Man musste den Leuten echt jeden Tag die einfachsten Dinge erklären.




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Eigentum verpflichtet.

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Der gute Soldat dachte oft über den Sinn seiner Erlebnisse nach. Da er als ehrlicher, guter und sozialer Basisdemokrat nun einmal keine Hierarchie kannte, da alle Menschen vor dem Gesetz gleich sein sollten, kam er sich schon manchmal ein wenig verloren vor. Es gab da so eine bestimmte Art von Kameraden, die ihresgleichen mit allerlei Schmuck und Tand behängt hatten, die waren anfangs gar nicht gut auf ihn zu sprechen. Manch einer schrie ihm gar direkt vor allen anderen ins Gesicht.

Das schien ihm mit der Menschenwürde, die ja in Artikel 1 seiner Verfassung stets als höchstes Gut zu bewahren und zu respektieren vor allem anderen genannt war, oftmals nicht zu vereinbaren. Man traf da Teils Gebräuche an, die schienen ganz aus einer Zeit zu kommen, die als das dritte Reich den einfachen Soldaten noch bekannt. Doch war dies wohl noch üblich zu der Zeit.

Die anderen Soldaten in dem Pfuhl, in dem sie täglich eingekerkert waren, die schienen dies auch widerspruchslos hinzunehmen. Das wurde stets nur hinter vorgehaltener Hand ganz offen kritisiert. Es gab da welche, die riefen auch noch zu Befehl, wenn sie von diesen sogenannten Vorgesetzten Kameraden derart respektlos angesprochen wurden. Aber so richtig gut fanden das wohl nur die wenigsten, in dem Heere zu der Zeit.

Der gute Soldat dachte oft daran, ob er nicht einmal mit dem kleinen, hölzernen Handkarren, den er und seine Frau sich aus ein paar selbstgesägten Brettern und einem abgenutzten Kinderwagen gebaut hatten, nicht doch gleich ein paar mehr von diesen Brennholz-Scheiten zu dem Amte tragen solle, um den armen Menschen auf der Straße ein bisschen Zuversicht und Wärme im täglichen Überlebenskampfe zukommen zu lassen.

Aber sie brauchten den Handkarren dringend, um die Einkäufe im letzten kleinen Supermarkt des Dorfes zu erledigen, auf dass die Kinder ausreichend und gut ernährt wurden. Auch das Unterhaltsrecht für die eigenen Kinder war natürlich laut Verfassung für Vater und Mutter garantiert, ein jeder zu seinem Teil. Doch man konnte ja nie wissen, in dem Staate zu der Zeit, auf was für miese, hundsgemeine Gedanken korrupte Bürokraten ihrerseits noch kommen konnten, sie sich zu der Zeit noch, man glaubt es kaum, teils in dem Amt für Jugend und Familie selbst versteckte hielten.

Es war einfach zum heulen, und an manch einsamem Abend, wenn sie ihren mit Beulen, Blutergüssen und teils offenen Wunden nach Hause kommenden Soldaten versorgt hatte, da weinte seine Frau bitterlich. Denn auch der gute Soldat hatte es gerade zu Beginn der neuen Zeit manch Monatsersten nicht geschafft, den hart verdienten Sold am Ende eines ganzen Monats voller gefährlicher Kampfeinsätze, Reparatur- und Aufräumarbeiten in der Kaserne ausgezahlt zu bekommen. Zumal er ja als recht schaffener Vertreter seines Amtes stets seinerseits den Sold verweigerte, wenn ihm einmal ein unbeabsichtigt hervorgerufener Schaden nach Recht und Gesetz nachgewiesen wurde, ja er nur selbst gar diesen zu erkennen glaubte.

Aber auf das Niveau, was zu der Zeit von selbst süchtigen, gar ihrer seits oft selbst ernannten Herrschern auf Zeit in Berlin verkündet wurde, die sich Politiker noch nannten, da wollten sich der gute Soldat und seine Frau in keinem Falle herunter lassen. Die steckten sich die Beute, die sie von armen Menschen aller Art teils mit Gewalt noch eingetrieben hatten, wohl schon inzwischen jeden Monat gegenseitig in die Taschen.

Der gute Soldat und seine Frau hatten einmal bei Freunden einen Fernseh-Bericht im TV gesehen, wo allen Ernstes von seriös wirkenden Sprechern glaubhaft versichert wurde, es sollten bald 10 Tausend Euro Münzen jeden Monat sein, und in einer Sendung namens Tagesschau sei am Vortag erwähnt worden, dass man diesen korrupten Vorgang dort als Diät bezeichne. Diätenerhöhung, so war das Wort gewesen. Der gute Soldat und seine Frau hatten sich angewidert abgewandt, und ihrerseits beschlossen, sich solch ein furchtbares Bestrahlungsgerät mal besser nicht in die eigene Wohnung zu stellen. Nicht auszudenken, wenn eins der Kinder einmal solchen Unrat zu Gesicht bekäme.

Aus Sicht des guten Soldaten und seiner Frau hätte man an sich nur überaus reiche Menschen, also solche, die über 100.000 Euro an Besitz verfügten, das eigene kleine Haus eingeschlossen, überhaupt besteuern sollen, um das Allgemeinwohl zu fördern. Darunter war es doch nun wirklich besser, den Menschen doch das Wenige noch zu lassen, was sie sich und ihre Nächsten zum Leben selbst erwirtschaftet hatten.

Denn es gab zu der Zeit sehr, sehr viele Menschen, die alle nach Recht und Gesetz der Bundesrepublik Deutschland, wie es nach dem Krieg für alle Zeiten verfasst worden war, da hätten gleich berechtigt sein sollen, die verhungerten wohl ebenfalls in ihren Landen teils auf offener Straße, weil die Reichen und der unendlichen Gier erneut nur an sich selber dachten. Ganz, wie es zu den finstersten Zeiten des Dritten Reiches noch allseits praktiziert worden war, bevor der große Krieg all diese Menschen auf ewig hinweg fegte, die aus genau diesem Grund dann oft teils elend erfroren, verletzt, gar angeschossen oft auf offener Straße verreckt waren.

Die schlimmsten Mörder waren wie geschundene Hunde am Ende des Krieges in ihre Häuser zurückgekehrt, um ihre eigen Familie doch wenigstens ein letztes Mal noch einmal zu sehen. Nur ein paar wenige, ihrerseits vielleicht auch nur ein wenig anständigere Menschen hatten sich damals angesichts des völligen Zusammenbruchs jedweder staatlichen Ordnung selbst aufgehängt, weil sie die Schande nicht ertragen konnten, vor allen anderen zum schlimmsten Mörder geworden zu sein. Aber es gab nicht wenige, die schoben es wohl auch damals einfach schon auf Adolf Hitler, was wohl auch wieder so ein kleiner Schreihals gewesen war, der Ihnen das Unrecht ins Ohr geflüstert habe, und meinten noch, die ganze Schuld auf einen Bock hinauf und zeitlebens immer vor sich her schieben zu können.

Korruption war gar kein Wort dagegen. So war es dem guten Soldaten von seiner Oma Magdalene Blecher, und ihrer Schwester, Tante Hanni, berichtet worden, die beide ihre geliebten Männer in dem Krieg verloren hatten. Oma Magdalene war im Krieg Hausmutter in Eckardtsheim, einem Ort für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche, gewesen. Und sie war jeden Morgen mit dem Bollerwagen losgezogen, um bei den Bauern der Umgebung etwas Essen für die Kinder zu erbetteln, und sie sei niemals zurückgekommen, bevor nicht irgend etwas essbares im Wagen gelegen hatte, mit dem die dünne Suppe sie noch strecken konnten für die vielen Kinder.

So hatte seine Mutter es den Kindern immer wieder erzählt, als sie noch klein waren.

Wir müssen nun bald selbst darüber nachdenken, was richtig und falsch ist.

So hatte seine Frau am Tag nach ihrer Hochzeit zu ihm gesagt.

Und so hatten sie begonnen, ihre eigene, ehrlich rechtschaffene Familie aus zu gründen.

Auf dass solch unfassbares Elend, Leid, Schiebung, Korruption und Vetternwirtschaft in der Welt nicht noch weiter um sich greifen sollten, damit wenigstens ihre eigenen Kinder, wie die vielen anderen jungen Menschen auch, es einmal besser haben sollten.

Es macht ja absolut Sinn, dass nicht wenige Reiche Menschen die vielen Armen auf der Straße verhungern lassen sollen, dachte er bei sich.

Und so ertappte er sich das erste Mal bei dem Gedanken, die eigene Verfassung, wie auch den Zustand seines Landes auf den Prüfstand ihrer Güte zu stellen.

Dann hätten wir ja immer Krieg, wo tausende Menschen am Tage elend zugrunde gehen.

Sollte denn nicht jeder Mensch ein Recht auf Wohnung, Kleidung, Wasser und ein bisschen Brot doch haben, um seinerseits zum Wohlstand aller beizutragen?

..



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Und so dachte der gute Soldat in diesen Tagen oft darüber nach, ob man vielleicht aus einfachen, selbst aus Metall, Holz, und ein paar alten Rädern hergestellten Handwagen viel besser dem Staate dienen konnte, als in dem Sündenpfuhl, den sie Kaserne nannten zu der Zeit. Ja, er dachte tatsächlich über die Bedeutung allgemein nützigen Verhaltens in der Bundeswehr, treu dem 9. Artikel der Verfassung nach.

Eine Beamtin in Berlin, so las er dieser Tage in der Zeitung, die hatte unterdessen weitere 100 Millionen Euro durchgebracht, nur um das letzte, noch von guter Hände Arbeit jemals errichtete Segelschiff der Bundesmarine, die Gorch Fock genannt, kaputt zu machen. Nein, nein, es war viel schlimmer noch: in ihrem Auftrag von korrumpierten Generälen, Waffenschiebern und mit dem Tod Geschäfte machern kaputt machen zu lassen, die ihrerseits wohl noch korrupter vorgingen, als die Beamtin selbst.

Wie tief kann man noch sinken?

Die obersten Offiziere der Heeresleitung, wie sich ein paar seiner Kameraden nannten, die hatten wohl, anstatt höchst selbst Stein für Stein mit ihrem eigenen Hause abzutragen, um ihre Ehre wieder herzustellen – wie sie es ja dereinst noch höchst selbst geschworen hatten, um ihrem Lande bis zum Tod den letzten Dienst noch zu erweisen, gar ihre eigene Familie von der Schuld selbst rein zu waschen – sogleich alle Schuld auf die mit dem Tod Geschäfte machenden Schieber der Werft höchstselbst geschoben, so dass bis heute niemand für solch schändliches Verhalten auch nur einen Euro Sold abgezogen bekam, von der Beamtin ganz zu schweigen.

Die Mutter der Nation hatte sie in einer Nacht- und Nebel-Aktion, mit neuem Sonnenkönig eines Nachbarlandes zusammen, schnell auf eine ganz andere Position in einem fernen Land verschoben. Ein noch höher stehendes Land, raunten die Leute gar, obwohl das neue Land vermutlich ebenso wenig dafür konnte, wie das alte Land.

Und so musste man sich ja auch nicht wundern, wenn weiter unten alles drunter und drüber ging, dachte der gute Soldat bei sich. Er hatte inzwischen weitgehend aufgehört, von seinen Gedanken all den Menschen zu berichten, weil er vor lauter Feedback sonst kaum noch selbst zum arbeiten kam.

Aber er wollte, trotz allem, immer noch ein guter Soldat sein.

Er hatte es den Leuten doch geschworen!

Am schlimmsten war es, wenn ihn die Nachbarn fragten, ob er denn nicht intern doch mal sowas melden könne, gar eine Eingabe verfassen, gegen die eigenen Kameraden und all den Sumpf. Die kamen oft mit allerlei Sorgen jetzt gleich zu ihm, im Dorfe.

Wenn sie nur wüssten, wie Recht sie hatten.

Seine Kameraden aber, die waren teils so rücksichtslos, dass sie gar noch die Auto-Straßen der einfachen Leute mit den Ketten ihrer Panzer zerrütteten, obwohl doch jeder wusste zu der Zeit, dass da noch Panzer, Ketten, und sogar die ganzen Straßen in dem Land auf Steuerzahlerkosten errichtet wurden, was andere korrupte Beamte da wohl eingetrieben hatten.

Da wurde zum Teil noch behauptet, das sei in einem hochzivilisierten Land so grundlegender Bedeutung, dass man das Autofahren als gemeinnützig anerkennen könne, auch wenn kein einziger Fahrer jemals die ganze Welt in seinem Wagen jemals transportiert hatte, geschweige denn fast 99% der vielen, anders denkenden mit ihren Wagen fast ausschließlich sich und ihre Familie selbst portierten.

Was sind das bloß für Menschen, dachte sich der gute Soldat, und warum hatte er als Einziger den guten alten, dunkel-wasserblauen Volvo denn verkauft?

Um den Menschen ein Vorbild zu sein, wie es sich doch für jedermann gehörte.

Die Menschen, die schüttelten schon damals meist nur den Kopf, auch wenn er keinem einzigen von ihnen je das Fahren oder gar Verzicht vom Fahren auf den Straßen untersagt hätte, die doch allemal von diesen voll korrupten und betrügerischen Banden, die sich Bürokraten oder Volkes Wille repräsentierend selbst nannten, wo doch in Artikel 9 Recht schaffenes Verhalten normativ in postiver wie in negativer Abgrenzung geschrieben stand.

Artikel IX, GG. Abs. (III).

Das Recht, zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen zu bilden, ist für jedermann und für alle Berufe gewährleistet.

Abreden, die dieses Recht einschränken oder zu behindern suchen, sind null und nichtig, hierauf gerichtete Maßnahmen sind rechtswidrig.

Was für eine schöne, allgemein nützige Formulierung.

… zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen

… jegliche Abreden, die dieses Grundrecht einschränken, oder zu behindern suchten

… null und nichtig, rechts widrig gar…

Und doch galt dieses unmittelbare Recht verbindlich, Kraft Seiner Worte, für die gesetzgebenden Abgeordneten, alle Behörden des Landes samt all der rechtschaffenen Beamten, die irgendwie noch in dem ganzen Sumpf überlebt hatten, selbst für Korrupte Anarchisten galt es auch, und nicht zuletzt auch für die Justiz, unmittelbar.

Wer Recht und Gesetz auf seiner Seite hat, der braucht keinen Anwalt, der kommt auch so zu recht, sagte sich der gute Soldat fortan.

Und allen anderen, vor allem den Korrupten Bürokraten, die seinen Weg noch kreuzen sollten, denen sagte er fortan das gleiche. Dass dies vor seinen Augen, seinen Ohren wahr sein sollte, so sprach er dann, denken Sie doch mal darüber nach, es wäre fast ein wenig demokratisch und sozial zugleich.

Allgemeinwohl förderlich.

Es gab viele Menschen, die fanden das im Grunde ihres Herzens sogar gut. Aber man traute sich kaum zu der Zeit, dies laut zu sagen, um nicht gehasst, verspottet, mit Steinen gar beworfen zu werden in dem Lande zu der Zeit, was in genau der selben alten Baracke, dem kleinen Haus, man ihm und seiner Familie und den guten Nachbarn zugewiesen hatte, schon einmal vorgekommen war.

Was für ein Gesindel da zum Teil auf offener Straße herumlief.

Tja ja! da wussten die Leute bald schnell Bescheid, was das bedeuten soll.

In der Not, da fängt der Teufel Fliegen, das hatte schon sein Großvater gesagt.

Man durfte halt auch mal was besser machen als der Rest der Truppe.

Die Menschen hatten es ganz einfach vergessen.

Perlen vor die Säue.

Wenn er sich formal darauf bezog, aber, da staunten die.

Doch wenn er diesen einen Paragraph, die Definition wohlfälligen Verhaltens schlechthin in dem Lande, mit seinen stets auf einfachem, naturfarbenen Recyclingpapier geschriebenen Antwortbriefen nun auch formal in Anspruch nahm, wie es laut der Verfassung seines Landes jedem Rechtschaffenen, ehrbaren Menschen unmittelbar gegeben war, da reagierten selbst korrupteste Beamten in Berlin ganz aus der sonst doch stets zur Schau geratenen Fasson.

Zumal ein kleines Landgericht in einer völlig unbedeutenden groß Statt schon ganz auf seiner Seite war. Tja ja! Da wohnten 400.000 Menschen in der Region.

War das ein Fest. Ne gute alte Schlachterplatte war nichts dagegen.

Paar von den ersten Sympathisanten, die waren wohl auch nicht ganz so geschickt, am Anfang. Aber die Leute vom Landgericht, die lernten Recht schnell dazu. Die sogenannten Kollateralschäden, die bei der ganzen Wiedergutmachung nun auch mal nicht ganz zu vermeiden waren, die wurden ihm teils anfangs noch auf’s Butterbrot geschmiert.

Dann passte das wieder, und gab auch keinen Stress mehr in der Region.

Teutoburger Wald.

Immerhin hatten seine Vorfahren ja auch schon mal die Römer zurückgeschlagen.

Er hatte stets zurück den Weg in seine Heimat, sein zu Hause nur gefunden, in all den Jahren.

Die guten alten Werte von Ehrlichkeit, Treue und Entschlossenheit, die waren ihm fortan nun wieder Vorbild, ganz wie ein Fels ein der Brandung, die sich schnell glättete.

Mit nun fast 50 Jahren, da hatte der gute Soldat begonnen, nach vorn zu blicken.

Wie ein Licht am Horizont, auf dass er immer weiter ganz in Ruhe unterwegs selbst war.



Und doch, als guter Demokrat soll man stets tolerant allein mit gutem Beispiel vorangehen,

das hatte schon sein Vater immer gesagt.

So kannte er das von Kindheits Tagen her, denn er entstammte einer christlich-reformierten, ganz normalen Familie nahe Detmold, der Hauptstadt des ehemaligen, freien Fürstentums Lippe, dessen bekanntester Fürst Leopold der II. wohl mit seiner allseits geliebten Frau dem reformatorischem Glaubensansatz, wonach allein das Wort Christi und nicht all die wertlosen Symbolfiguren und Goldtaler stets das Leitbild eines jeden guten Christen seien sollten, wie es bis heute sonst meist nur bei Menschen in der freien Schweiz verbreitet und angesehen wird.

Es gibt nichts, was die Menschen mehr hassen, das hatte schon sein guter, alter Opa Wilhelm immer mal wieder zu ihm gesagt, als wenn man einfach nur mit gutem Beispiel vorangeht, wenn wieder einmal die jenigen Zecken des Ortes, ihres Zeichens allseits bekannt und verachtet, die sich ernsthaft politische Gemeinde nannten, mal wieder neue Schulden machen wollten. Indem sie noch mehr Geld den einfachen, oft ehrbar armen Leuten, wie seine Eltern es waren, schon wieder aus neuem vorgeschobenen Grund in oft höchst selbstgerechter Art und Weise stets abforderten.

Wir nehmen den reichen Leuten wenigstens nicht so viel weg, wie die uns, das hatte sein Vater oft am Küchentisch zu seiner Mutter noch gesagt, und da stehen wir wenigstens noch auf der richtigen Seite. Und seine Mutter hatte dann den staunenden 4 Kindern der Familie, die oft fragten, wie das denn gerecht sein konnte, erklärend hinzugefügt:

Vater, Kinder, das müssen wir so hinnehmen. Menschen wie wir, die gehen doch nicht vor Gericht. Das würde uns Gott nie verzeihen. Der Mensch soll nicht über andere richten, schon gar nicht über die, die gar nicht seines Glaubens sind. Wir gehen hier ausschließlich selbst mit gutem Beispiel voran, Kinder. Nun wisst ihr, warum Papa abends oft so lange arbeitet, dass ich mir immer solche Sorgen mache.

War das ein Unterschied zu den Kollegen rund um die Kaserne. Der gute, einfache Soldat fragte sich oft, wie das wohl sein konnte, dass all diese Menschen offenbar so weit vom rechten Weg abkommen konnten, den sie doch alle freiwillig und höchst selbst geschworen hatten zu beachten.

Das “normale”, als so selbstverständlich dargestellte Töten, als ob es keinen besseren Weg gebe, oft nur aus Selbstgerechtigkeit verkündet, ja trainiert. Und die schlimmsten Mörder kehren dann zurück und lassen sich als Sieger feiern, bevor sie beginnen, das eigene Land, die eigene Heimat, ja die eigene Familie mit ihren rohen, blutrünstigen Gedanken zu verrotten, ohne dass sie jemals vor Gericht gestellt wurden. Was für eine furchtbare Vorstellung. Was für eine Gier.

Und so beschloss der gute Soldat, falls er jemals das furchtbare Schicksal erleiden sollte, einen Menschen in Notwehr töten zu müssen, um andere zu retten – der einzige Verfassungs-konforme Weg, jemals sein Handwerk in all seiner grauenhaften Vollendung ausüben zu müssen – um jeden Preis darauf zu bestehen, vor ein ordentliches Gericht der Bundesrepublik Deutschland gestellt zu werden, um der gerechten Strafe für seine furchtbare Tat nicht zu entgehen, sollte er jemals schrecklich gefehlt haben.

Du sollst nicht richten.

Welch grauenhafte Vorstellung, ein einzig Mal zu fehlen. Ein einzig Mal des Menschen Leben zu nehmen, der gar nicht aktiv einen Menschen, gar einen Bundesbürger direkt hätte angegriffen, um zu töten. Welch eine Schande für das ganze Land.

So setzte er die Gewaltenteilung um, da auch diese Vorschrift war. Doch niemand schien dies zu verstehen, so dass er fast wieder das ganze Wochenende eingekerkert wurde. Lass doch den dummen Idioten, sagte einer der Vorgesetzten, der wohl auch ein bisschen humaner dachte, als es üblich war, zu dem anderen. Und so hatte er es wieder, dieses unsägliche Glück auf ein Leben in Unversehrtheit und Freiheit. Das Glück, was ja für alle Menschen gelten sollte, welches er auch im Ernstfall erbittert zu verteidigen dachte.

Denn der gute Soldat wollte immer noch ein ehrbarer, rechtschaffener Mensch sein.

Einer ist besser als keiner, dachte er sich immer, wenn die Kameraden wieder das Schießen auf Weichziele übten, oder den effizientesten, grausamsten Mord durch Maschinen diskutierten, der offenbar täglich in ihren hirnlosen Köpfen umhergeisterte.

Was für ein furchtbares Leben müssen diese Menschen nur haben, dachte er bei sich.

Der gute Soldat hatte generell begonnen, ja, er schien intuitiv begriffen zu haben schon seit einiger Zeit, dass man zwar im kleinen durchaus durch mehr Geratter mehr Weichziele zersplittern konnte, aber im Kampf ums Große Ganze der ganze Lärm doch eher hinderlich war.

Also trug er fortan immer zwei kleine Ohrstöpsel aus Baumwolle mit sich, um selbst im größten Getöse seiner immer noch teils mit Panzern umherfahrenden Leidensgenossen einfach mal abzuschalten, sich wie privat zu Hause im Gelände zu verstecken, einfach im Schlamm mit Strohalm abzutauchen, und in Ruhe nachdenken zu können. Fast wie in einem Unterseeboot, dachte er sich dann immer, das fühlte sich dann gleich viel besser an.

Wenn Panzer kam, dann immer in letzter Minute direkt auf den Tank, und angegriffen.

Du bist doof, sagten seine Kameraden, jetzt hast du uns das Spiel verdorben.

Am Wochenende, bei seiner kleinen Familie, dort, wo die Welt noch in Ordnung war, da kamen ihm oft die besten Gedanken für seine berufliche Arbeit.

Ganz nebenbei.

Es ist immer besser, wenn man jederzeit einen neuen, verdammt guten Plan entwickeln kann, auch wenn der alte nicht geklappt hat, als wenn man gar keinen Plan hat, dachte sich der gute Soldat. Über diese Frage sprach er oft mit seiner Frau, und holte auch das Feedback seiner Kinder ein. Denn diese hatten weniger Schuld auf sich geladen, und doch sollten sie länger auf diesem Planeten verweilen, als er selbst.

Seine Frau war sehr stolz auf ihn, weil er alle Kinder der Welt schützen wollte, und vor allem die Nachbarn und Freunde, die fanden das auch alle viel besser. In der Truppe gab es da verschiedene Ansichten, die meisten wollten wohl auch andere schützen, aber im Zweifelsfall dann doch nicht, dann lieber nur die eigenen Kinder.

Kinder. Eine geradezu unvorstellbare Sache, die ihn immer mit großer Demut erfüllte. Kinder waren noch so wunderbar normal.

Menschen. Je kleiner, desto natürlicher.


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  • Wenn sie morgens in den Spiegel sehen.

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Und so verstand er auch, nun verstand auch er den furchtbaren Hass, den seine Kollegen empfanden. Was für ein schrecklicher, erbarmungsloser Selbsthass musste das sein, dass man sogar bereit ist, andere zu töten, nur um es dem eigenen, schlechten Gewissen noch ein letztes, ein weiteres Mal richtig zu zeigen.

Schlechtes Gewissen bis zum Tod.

Welche Schuld. Wie furchtbar ein Leben, sollte ein Krieg jemals vorbei sein.

Nun, dies war in der Tat schwer zu ertragen.

Kein Wunder, dass man irgendwann nur noch um sich schießt, um zu überleben, selbst wenn man auf heilige Schwüre, und die Werte aller anderen Menschen pfeift, gar die eigene, ehrbare Familie schändet durch Mord und Totschlag.

Trotz aller Selbstzweifel und Kritik an seiner ehrlichen, rechtschaffenen Arbeit, die er täglich spürte, wollte der gute Soldat dann diesen Weg doch lieber, besser nicht mitgehen. Denn gerade zu Beginn seiner Tätigkeit hatte der gute Soldat oft Mühe, ein anständiges, ausreichendes Gehalt nach Hause zu bringen, um seine Frau und seine 4 Kinder zu ernähren. Gerade zu Beginn seiner Tätigkeit gab es oft Klagen, nein, gar Anklagen und Beschuldigungen, wenn der gute Soldat mal wieder einen Panzer durch Einpflanzen biologischer Abwehrstoffe in den Tank eines seiner Kameraden zur Kapitulation gezwungen hatte. Entweder will man nun ein guter Soldat sein, oder nicht, sagte er immer. Ich will den Krieg hier auch gewinnen, sagte er zu seiner Verteidigung. Da taten sie dann immer so, vor allem die verdammten Bürokraten, als hätte er jetzt irgendwelchen Schaden angerichtet.

Vor allem im Nahkampf, da ging er dann halt auch schon mal ein bisschen konsequenter vor, als wenn er nur mit den Kollegen in der Kantine über deren Ideal von Mord und Totschlag sprach. Das war ja wohl klar!

Das war doch wohl sein gutes Recht, das machten doch alle so! Gleiches Recht für alle, oder nicht, ehrlich jetzt, sagte er immer. Ehrlich währt am längsten.

Da hatte er schnell seinen guten Ruf bei weg.

Der Herr Pastor, der sagt’s uns wieder, wo’s lang geht.

Tja ja. War aber nicht das schlechteste Feedback, vor allem in der Truppe.

Konnten denn die anderen gar nicht verstehen, dass der Einsatz Bomben-werfender Panzer und Haubitzen doch allemal verfassungsfeindlich war?

Es musste sich doch wieder mal um eine dieser Fehlbestellungen von ganz oben handeln.

Deswegen entwickelte er ja gerade bessere Waffen, und eben deswegen verweigerte er doch auch immer seinen Sold, wenn eine seiner selbstgebauten Waffen mal im Training versagt hatte. So lernte man wenigstens die notwendige Fingerfertigkeit, um nicht zu sagen, die notwendige Geschwindigkeit, den Kampf ums Überleben gewinnen zu können. Man wusste ja nie, bei all den Platzpatronen.

Da ging so manches drunter und drüber, zu der Zeit bei der Bundeswehr, das können Sie sich ja jetzt sicher lebhaft vorstellen.



Natürlich, Platzpatronen gegen totes Material, wo denken Sie hin. Lebende Pflanzen hätte der gute Soldat inzwischen wirklich nur noch im Ernstfall angetötet. Quäle nie ein Tier im Scherz, denn es spürt wie du den Schmerz, hatte seine Mutter immer gesagt. Und Pflanze oder Tier, das war doch nun wirklich menschengemachter, biologisch-wissenschaftlich verbrämter Rassismus, dachte sich der gute Soldat.

Arten, Gattungen, und Rassen, tja ja. Sie werden es kaum glauben, aber so, so sehr verfassungsfeindlich sprachen manche dieser Leute. Natürlich vordergründig nur über ganz artfremde, der eigenen Spezies oft furchtbar unterlegene Lebewesen. Die letzten echten Kämpfer, die hatte Raubtier Mensch schon zu der Zeit wohl lange ausgerottet. Beine oder keine Beine ist egal, vor dem Gesetz sind alle gleich, sagte er. Aber in der präzisen Form, da galt das ebend zu der Zeit nur bei den Piraten. Meinungsfreiheit, sagte er dann oft, und schon gewonnen.

Jaaaaa… das haben wir verstanden, sagten seine Kameraden da immer.

Gewinnt ihr mal ‘ne Wahl, du lustiger Pirat, da könnt ihr das dann endlich für uns alle niederbrennen, du Kämpfer du, mit all deinen verdammten Buchstaben, da. Dann brenn du uns das gern mal danne in den Pelz.bis dahin ist aber immer noch unentschieden, wer hier gewonnen hat. Und wir haben noch paar Waffen, die kriegst du aber nicht. Was machste jetzt, du Pirat!

Tja ja.

Die wollten jetzt auch alle Last Man Standing spielen.

Wer will denn schon der letzte Idiot sein, in der Truppe.

Interessant waren übrigens die ersten Reaktionen aus anderen Ländern in der Sache. Die Leute da, die fanden das teils gar nicht mal so dumm.

SocialMedia. Das Wissen war ja jetzt global. Und da dauerte das nicht lange, ganz klar.

International Networks.

Aber die Soldaten in D, wie immer, die standen halt mal wieder völlig auf der Leitung.

Ihr habt echt nicht dazugelernt, das war so ungefähr das Feedback.

Und so bestand der gute Soldat darauf, dass sein Gehalt immer gezahlt werden möge, auch wenn er selbst eine Waffe zerstört hatte, die er oder einer seiner Kameraden nicht selbst zusammengebaut hatten. Nur wenn er einen Fehler gemacht hatte, da verweigerte er natürlich auch seinen Sold. Ehrlich oder nicht, sagte er dann immer.

Man darf durchaus noch ehrlich und rechtschaffen sein in diesem Land. So.

Das fanden seine Vorgesetzten Kameraden aber nur am Anfang lustig.

Aber diese korrupten Waffenschieber zu unterstützen, oder deren oftmals gar noch gegen Geld erbaute, menschenverachtende Massenvernichtungswaffen auch nur ein einziges Mal durch Verwendung selbst zu ehren, das lehnte auch der gute Soldat entschlossen aus Gewissensgründen ab. Und so gab es in manchen Monaten mehr gelbe Briefe von korrupten Bürokraten, die offensichtlich unberechtigt waren, als ehrlichen Sold. Zumal er ja auch nicht unfehlbar war, und von daher in einigen anderen Monaten selbst auf jede Bezahlung verzichtete.

Er hatte sich zuerst gedacht, die paar geläuterten aus naher Großstadt Bielefeld ihm doch auf Dauer helfen konnten. Doch weit gefehlt. Die ganze Stadt war längst an völliger Überschuldung zugrunde gegangen, nachdem mehr und mehr rechtschaffene Menschen ihre Auslagen zurück bezahlt verlangten. Des Bürgermeisters Haus, da war kein Stein mehr auf dem anderen geblieben, an dem Tag wo der Kasse im Landgericht das letzte Geld dann bald war ausgegangen.

Was für ein armer Mann.

Der gute Soldat half, in dieser Zeit, wo und wem er konnte, um letzte Reste eines funktionierenden Staatswesens aufrecht zu erhalten, teils neu zu gründen gar.

In der Not zeigt sich, was ein guter Mensch war, und wer nur an sich selber dachte.

Erst viele Jahre, so viel Korrespondenz mit oft verbohrten, ja ebenso verrohten, menschenfeindlichen Bürokraten, die gleichfalls auf die Werte der Verfassung spuckten, erst viel später, ja noch viel später, da sollten alle gelben Briefe dann verfallen, ja aufgehoben werden. Wenn Sie tot sind, hatte mal einer von den korrupten Bürokraten gesagt, dann schauen wir mal, wie viele Schulden Ihre Kinder dann noch haben.

Das war natürlich auch illegal, aber das interessierte zu der Zeit ja eh keinen mehr.

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber gerecht, sagten er und seine Frau sich immer, und gute, rechtschaffene Kriegsführung fängt nun einmal in den Köpfen an. Auch wenn es verdammte Bürokraten oder Anwälte des Heeres waren. Anwälte. Das war auch so eine Sache. Es gab tatsächlich Anwälte, die verdienten zu der Zeit ihr Geld noch mit dem Leid anderer Menschen. Die nahmen teils mehr als 20 Euro die Stunde, nur für’s Reden. Und was die da alles für Gesetze und Verordnungen hervorkramten!

An dem Tag, wo die Rechtsordnung gelehrt wurde, da hatten die wohl mal nicht aufgepasst. Sonst hätten sie die eine Hälfte von dem Zeugs gleich in die Tonne treten können, da von korrupten Demagogen gezielt für Partikular-Interessen, ja Interessensgruppen aller Art auf Kosten der Allgemeinheit verfasst, somit unmittelbar rechtswidrig laut Allgemeinwohl der Verfassung, so es nur ein einziges, klein unbeugsames Vorbild gäbe, was dies dem Amte schrieb. Die andere Hälfte, die bestand meist eh nur aus internen Richtlinien, Verordnungen und Anweisungen, mit deren Hilfe korrupte Bürokraten sich des Volkes Wille oft gar noch vom eigenen Halse hielten, wohl um die Beute besser teilen, nein, sich seine Scheibe auf des Staates Kosten ohn Macht, ohn Sinn und ohne Skrupel höchst selbst abschneiden zu können.

Welch Wertlose Schuldverschreibungen.

Er aß, was er zum Leben brauchte, und er versuchte, wenigstens in seinem eigenen Garten einen natürlichen Vorrat an nachhaltigen, lebendigen Urpflanzen anzulegen. Im wesentlichen gelang ihm das durch nicht allzu vieles Eingreifen, was über die Zeit gesehen durchaus Erfolg versprach. Ein guter Mensch soll Gottes schöne Natür nicht ohne Not zerstören, sagte er immer. Natürlich achtete er darauf, dass nicht sein Haus und Fenster ob der wunderbaren Vielfalt eines Tags zerbarsten. Und so, so hatten sie immerhin zwar wenig, aber doch zunehmend und genug an Brennholz für den Winter. Bald konnten sie wohl dann das erste Holz an Freund und Feind verkaufen.

Der gute Soldat dachte oft an einen Weihnachtsstern aus Holz.

Den wollten er und seine Frau zu Weihnachten basteln.

Es sollte ein kleines Licht darin verbaut werden, für die Menschen.

Und ein jeder, eine jede rechtschaffene Kundin sollte dieses Licht auf eigene Verantwortung selbst installieren können, auf dass die Menschen über verantwortliches Handeln nachdenken, ja dies erlernen konnten.

Licht an, Licht aus.

Fast wie eine kleine Maschine, und doch sollte dieses Licht dereinst die Menschen auf der ganzen Welt verbinden, eine jeder gute Mensch zu seinem Teil.

So hatten sie es auf den Beipackzettel geschrieben.

Eine ganz neue, wunderschöne Idee.

Er selbst, und ein paar Freunde, die sich insgeheim längst ebenso zur weltweiten Piratenbewegung bekannten, die damals noch ganz neu und ungestaltet war, die sprachen insgeheim von der Stahlhelm-Fraktion im Heer, aber da musste man vorsichtig sein. Die Herren Politiker, die zu der Zeit noch in Berlin regierten, die hatten den Soldaten echt noch viel unnützes Zeug von anno dazumal hingestellt. Wo es überhaupt mal funktionierte, das war vieles davon noch massenvernichtungsfähig! Auf Steuerzahlerkosten! Diese elenden, korrupten Verbrecher.

Der Fisch stinkt stets vom Kopf her, das hatte er mal an der Nordsee gehört. Für ihn roch toter Fisch zwar überall verrottet, aber es hatte schon eine gewisse Ähnlichkeit, mit diesen ganzen Stahlhelm-Panzerfreunden von ganz oben.

Die hatten echt nix verstanden, was gut und rechtschaffen war.

Peinlich, war das!

Die zogen jeden guten Soldat ja noch im Ruf mit runter.

Ehrbaren, armen Menschen das Recht auf Existenz rauben, gar ihn und seine eigene Familie noch in Hartz IV hinein zu zwingen, diese ganze Schuldenmacherei, das fanden diese Leute gut und richtig. Das hätte denen noch gefallen, wenn er da eines Tages bettelnd und zerlumpt nur einmal angekommen wäre, um auch jetzt eins der sinnlosesten Formulare aller Zeiten auszufüllen…

Ich kann auch schon keine Arbeit mehr finden, jetzt bitte ich um euer vieles Geld,

stand da wohl ganz weit oben mitten drauf.



Selbstverständlich hätten er und seine Frau dort niemals angefragt, bei jenen fetten, verrohten Bürokraten und Politikern im Amt, die sich teils wohl immer noch an die 10.000 Euro pro Monat in die eigene Tasche steckten, bevor sie den anderen Menschen im Land da überhaupt noch was von Abgaben, mit ihrem ganzen Heer von Herz- und Sinnlos stets sich selbst den Mehrwert berechnenden Bürokraten, die längst das gute Land im festen Griff der Korruption behielten. Die selbstgerechte Vertretung der Partikular-Interessen, die ganze Verbände ergriffen hatte zu der Zeit, die hatte da schon manchen guten Menschen soweit aufgefressen, dass gute Menschen sich fast erhängt in ihrer Kammer, weil sie solch Schande nicht mehr auf sich nehmen wollten.

Und wenn schon darauf, auf die richtig guten Werte die gleich spuckten, da kann man sich ja vorstellen, welch hohes Maß an Anomie sich ausgebreitet hatte in dem Land.

Und dabei war das alles in Artikel 9 des Grundgesetzes definiert, was Wohl und Anstand, gar rechtschaffenes Verhalten in dem Land nun wirklich sei.

War denen völlig egal, mit FDP und AfD da ganz weit vorne weg, nach unten. Hauptsache viel Geld für die eigenen Getreuen und Kumpane, auf dass sich ein jeder gute Kaufmann gleich angewidert abwandte, von Teilhabe und Chancengerechtigkeit mal gar nicht erst zu sprechen. Die SPD, die kannte ja noch nicht mal mehr die Bedeutung von dem Wort sozial. Die wollten einfach nur noch richtig viele Schulden machen. Selbst viele Kinder waren denen oft schon vollkommen egal. Die sollten das dann später abarbeiten, wenn sie mit Raubzug fertig waren. Und wenn Menschen ins Land kamen, oft gute, einfache Leute, die kaum die Sprache sprachen, da wurden die noch extra ausgegrenzt. Sozialen Mindestlohn, so hatten die verlogenen Genossen das noch genannt. Die CDU, die wollte einfach nur nix ändern. Ob gut oder schlecht, ob richtig oder falsch, das war denen aus Prinzip total egal. Diese Menschen legten großenteils ganz frech die Füße auf den Tisch und verdeutlichten so, dass sie tatsächlich der Ansicht waren, es sei rechtens, sich, ohne jegliche Arbeit zu verrichten, das Geld der armen, ehrbaren Menschen gegenseitig in die Taschen zu schieben. Diese Art der persönlichen Reichtumsbegrenzung nannten sie dann konservativ, so war das Wort gewesen. Die verrieten oft sogar noch das C im Namen. Und viele Grüne wollte richtig Kasse machen, aber sowas von. Da sollten richtig viele Wissenschaftlern an unlösbaren Problemen forschen.

Hauptsache, der Ökobauer, der kann vom Smartphone aus pünktlich das passende Wetter für sein Feld bestellen. Nix Vorsorge, mal selber Teich anlegen, ne ne!

Milliarden waren denen noch zu wenig.

Alter Falter, mein letzter Freund.
Was für ein grüner, verlogener Schleim.

Die waren fast noch schlimmer. Nur echte Scheiße war bei denen gute Scheiße, da sollten alle anderen ruhig mal dran schnuppern. Tjo.

Wer regieren will, der sollte schon auch einen Plan haben.

Nur heiße Luft, das war am Ende doch zu wenig. Allgemeinwohl?

Theoretisch waren die Grünen wohl schon dafür, wurde immer gesagt. Nur hatten sie halt so offensichtlich gar keinen Plan davon, wie man dieses kleine globale Ziel erreichen sollte, was ihnen ach so wichtig war, nämlich ein bisschen weniger heiße Luft zu erzeugen, dass die Leute dann vor lauter Erbärmlichkeit und Verlogenheit dann doch lieber gar kein Kreuz mehr machten. Die anderen, von ganz rechts außen, die logen wenigstens noch frei heraus. Da wusste man gleich, wie man dran war. Beschissen.

Wenn es wirklich wärmer geworden wäre, tja ja, die vielen Wolken, das hätte der Natur insgesamt sowieso weit weniger geschadet, als die vielen Bauern mit den Smartphones.

Kreuz jetzt oder kein Kreuz, sagten sich der gute Soldat und seine Frau dann immer. Dann lieber doch kein Kreuz, da haben wir den ganzen Euro eingespart. Für gutes Brot vom Land, da backen wir lieber schnell noch eins für die Kinder, denn hungrige, arme Kinder, die gab es viele auf dem Planeten zu der Zeit, Phosphor und Schwefel hin oder her. Die Pflanzen scheint’s ja auch nicht zu stören. Die nehmen’s hin, wie’s kommt, und machen auch das beste daraus.

Und da blieben dann halt oft nur die richtig krassen Typen zurück, in den Behörden. Da wurden dann wohl auch ganz oft die “gescheiterten Politiker” kalt gestellt, bei den Behörden, die Augen zu und durch den anderen geschworen hatten. Fast wie beim Militär. Gescheite Menschen von der ganz besonderen Art, zuhauf.

Die Prosperitätsgewinne der letzten offen agierenden Anarchisten, die nahmen unterdessen weiter zu, denn je mehr korrupte Bürokraten landauf, landab ausgehoben wurden, desto mehr Beute blieb für die anderen Handlanger.

Nun wollten sie wohl auch noch mehr vom Wert besteuern, denn ehrbare Menschen Kraft der Hände ihrer Arbeit täglich neu erzeugten. Mehrwertsteuer nannten sie das, auf dass der Wohlstand nicht zu schnell den Menschen zu Kopf stiege. Diese Menschen spuckten auf die gute alte Verfassung, wo sie nur konnten, nur aus Gier. Denn immer buchten sie ihre wertvolle Zeit auf Steuerzahlerkosten, selbst wenn sie mal ein Schreiben zurückziehen mussten. Und entschuldigen konnten die sich in aller Regel gar nicht, als ob das verboten wäre. Mit den Buchstaben des Gesetzes konfrontiert, da reagierten die oft noch richtig pampig. Und keiner hatte irgendwas veranlasst.

So etwas wie Verantwortung übernehmen, das war auch dort wohl noch völlig neu.

Wie gut, dass ich wenigstens Soldat geworden bin, dachte er noch. Ich greife erst an, wenn es wirklich hart auf hart kommt, und so brauche ich auch heut nicht töten. Und so zeigte er einen nach dem anderen von der ganzen Bande vor Gericht an, wie es sich für einen ehrlichen, recht schaffenden Menschen gehörte, um die Allgemeinheit zu schützen. Doch dann zog sich das hin, denn für viele Staatsanwälte, da schien das mit der Verfassung, und der Verwirkung der Grundrechte, auch noch wieder neu zu sein.

Und das ganze, so elend dreckig eingezogen, dann veruntreute Geld der vielen, ehrbaren kleinen Leute, das wurde da noch jedes Mal in irgendeine andre Tasche tief drunten hinein gesteckt.

Es hatte sich gar nicht so viel gebessert.

Sie nannten es noch Politik, die Schweine. Und das war jetzt ein Orwell’sches Zitat. Das war ein kluger Mann gewesen, der Farm der Tiere, den Roman, geschrieben hatte. Mit republikanischer Verfassung hatte all das längst nichts mehr zu tun, das war ihm völlig klar. Die Menschen wurden aber auch auf allen Kanälen stets damit bestrahlt, mit diesen ganzen, verlogenen Geschenke-Thesen dieser Bande.

Das viele Material, dieser ganze Metallschrott, was da beschafft wurde, der sah zwar teils echt neuwertig aus, aber die Gedanken schienen ihm noch nicht so ganz im Jahre Nine-Teen-Fourty-Nein angekommen.

Das dritte Reich ist schon vorbei, sagte er manchmal, wenn es ihm richtig ungerecht vorkam, wie er die ganze Zeit behandelt wurde.

Selbst Drogenkriminalität war nichts dagegen. Die Leute hatten wenigstens noch echte Not, die Junkies. Aber der ganze Metallschrott, der hier beschafft wirde, der funktionierte eh nicht richtig, und je länger der gute Soldat im Amt war, desto schlimmer und korrupter schien ihm dieser ganze Sumpf aus purer Demago-Magie zu werden. Denn wo der Schrott ein einziges Mal doch korrekt verfasst war, da konnte das Zeug keiner der Soldaten mehr bedienen. Es sollte da wohl teure Bürokraten-Schulungen geben, hatte er einst wirklich mal gehört. Von diesen Metall-Schrott-ich-töte-dein-Kind-bevor-du-mein-Geld-mir-zahlst Dozenten.

Tja ja, die Waffenschieber im Heer.

Das war eine Bande!

Mittendrin, statt nur dabei. Schiebung und Korruption.

War das ein Krampf. Was für elende Zecken da teils noch bei herumliefen.

Aber selbst das, wenn er das dritte Reich ist schon vorbei mal sagte, das konnten manche dieser Leute kaum ertragen, ohne all ihrer angestauten Wut mal richtig Ausdruck zu geben, obwohl es doch nun wirklich mal ein Faktum war.

Wo man doch wirklich meinen sollte, nach 70 Jahren müsste das irgendwann doch mal in den Köpfen angekommen sein. Hast du dir gedacht.

War aber nicht so.



Ethik? Kultur? Moral?

Teilhabe, Chancengerechtigkeit?

Es war nicht nur so, dass die Kameraden da ganz offen keinen Bock mehr drauf hatten. Die wussten zum Teil ja gar nicht mehr, was das war, nein, es war noch viel schlimmer.

Die meisten Menschen konnten gut und böse einfach nicht mehr unterscheiden.

Vom Umweltschutz bei all den unbrauchbaren Waffen aus Metall, da wollen wir an dieser Stelle mal nicht anfangen. An der Stelle hatte selbst der gute Soldat begriffen, dass manch gute Gedanken einfach noch zu neu für solche Menschen sind.

Man war im Grunde völlig auf sich allein gestellt.



Aber seine Frau war eine gute Töpferin und Bäckerin, und so eröffnete sie ein kleines Gewerbe mitten aus der Küche, aus der Familie heraus, und da sie ebenfalls alles gab, um sich und die Kinder zu ernähren, kauften manche Menschen ihres Dorfes bald gern bei ihr ein. Zumal sie stets anständig und rechtschaffen ein großes Stück Brot zu einem durchaus sehr bescheidenen Preis anbot, und die jegliche Form von Spenden entrüstet ablehnte. Spenden Sie doch in der Kirche, für die vielen richtig Armen Menschen, sagte sie immer.

Wir kommen zu recht, sagte seine Frau dann oft.

Wir nehmen nichts vom Anderen, was wir nicht recht schaffen und verdient haben.

So verdiente sie zwar je Brot recht wenig, aber so dumm war sie gar nicht. Man könnte auch dieses rechtschaffene Verhalten fast, nein, sogar durchaus klug nennen.

Es reichte immer für neues Mehl, denn wer sich selbst nicht versorgen kann, der kann auch keinem anderen helfen, sagte sie ihren Kindern und den Gästen immer, die ihr gutes Brot kauften.

und so begründete und verteidigte sie auch immer dann den Preis, wenn übermäßig gierige Menschen, oft auch, weil sie ihrer Verachtung für das gute, einwandfreie Geschäftsmodell der kleinen, fast unbedeutenden Hausfrau mit ihren 4 Kindern unbedingt Ausdruckt geben mussten, noch weniger zahlen wollten als gefordert.

Über die Zeit gesehen kamen bald Menschen aus der Umgebung, die von dem günstigen, guten Brot gehört hatten. So schwer war es eigentlich gar nicht, ein kleines Gewerbe zu betreiben. Man musste nur eine gute Balance zwischen Expansion, Leistungsfähigkeit und dem zwar möglichst ehrbaren, geringen, aber auch gerechten Lohn bilden. Learning by doing, sagte sie sich immer.

Die härteste, ehrlichste und erfolgreichste Art zu Lernen.


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  • Deutungshoheit.

..

Und so begann der gute Soldat, ein Vorbild zu sein, jeden Tag, und ohne dass er jemals eine besondere Rolle angestrebt hätte, so wurde der Ruf seines Schreckens bald auch mit Soldaten anderer Kasernen geteilt, die hinter seinem Rücken stets die Köpfe zusammensteckten. Der gute Soldat ließ sich hiervon überhaupt nicht beirren, und bald begann er, seine Waffen nah am Körper zu verbergen, doch bald war auch dies gar nicht mehr von Nöten, denn welchen Raum auch immer der gute Soldat betrat, die raunende Menge teilte sich augenblicklich, um seinen wohl gewählten Worten zuzuhören.

Zu Befehl, Herr General, sagte einmal ein unbekannter Soldat zu ihm, und salutierte.

Und da wusste der zuvor doch völlig unbekannte, stets demokratisch handelnde, gute und soziale Soldat, der das Wort sozial auch recht verstanden hatte, auf einmal, dass er hier offenbar etwas richtig machte.

Verdammtes Elend, dachte sich der gute Soldat, wenn das so weitergeht.

Da werd ich hier bald echt noch mal befördert.

..



  • Deutungshoheit?.

..

Auf der immens nach oben steigenden Leiter der Deutungshoheit, da hatte der gute Soldat soeben geradewohl heraus zwei Stufen auf einmal erkommen.

Kruzifix, Verdamm mich eins!

entfuhr es ihm, doch als er sah, wie Kamerad höchst selbst erschrocken zusammenzuckte, da entschuldigte er sich zutiefst bei diesem einen, hoch sensiblen, ehrbar treuen Kamerad, den wohl ein Freud’scher Versprecher ergriffen haben musste. Und das ganze trug sich statt, in Mitten der Bundeswehr.

Mittendrin, statt nur dabei, dachte er bei sich.

Ein Licht ist besser als kein Licht, sagte er zu dem Kamerad.

Zu Befehl, Herr Oberst Leut nannt, stammelte der zweite gute Soldat da noch.

Offenbar verwirrt.

Das musste wohl dann doch zu viel des Guten gewesen sein.

Doch dann erinnerte sich der gute Soldat an seine ersten Tage, und so verstummte er andächtig an diesem Tage. Doch schon bald, da hatte er ernsthaft das komische Gefühl, vor allem, wenn er auf SocialMedia ungetrübt den Menschen seines Landes von seiner rechtschaffenen Arbeit berichteten, die ihm dort folgten.

Groupies.

Da waren erste Groupies dabei.

Verdammt.

Das gab zu Hause Ärger mit seiner Frau.

..



  • Es war nicht so, dass der gute Soldat überall beliebt war. keineswegs.

SocialMedia driven App developer - logo

Viele der Soldaten, die sich früher in ihrer raub-lüsternen, stets über möglichst effektiven Mord und Totschlag sich gefallenden, sich unterhaltenden und praktizierenden Kollegen, die fühlten sich schon bald ein wenig auf den Schlips getreten. Und es wurde ihnen peinlich, die Worte des guten Soldaten und seiner wenigen, ersten Freunde zu ertragen. Da zeigten sie ihm manche die kalte Schulter, und spielten ihm manch bösen Streich, gar schlugen ihn sogar ein mal zusammen, als er ein Mal in seinem Leben nicht aufgepasst hatte. Das war dem guten Soldat eine Lehre, stets umsichtig zu sein. Vorsicht, Umsicht und ein guter Überblick können viel wichtiger sein, als ein Schießgewehr in der Hand zu tragen, wenn man aber gar nicht weiß, wohin man zuerst schießen soll, im Krieg.

Und so trainierte der gute Soldat nahezu täglich für den Verteidigungsfall.

Doch der gute Soldat orientierte sich auch in schwierigsten Situationen des inneren und äußeren Kampfes, dem Kampf um sein Leben, seine Würde, Anerkennung und Freiheit, stets weiter an den Grundwerten der Verfassung seines Landes, und so wurde er selbst an dem Tage freigesprochen, als ihn sein oberster Dienstherr vor dem Bundesverfassungsgericht anklagte.

Denn der gute Soldat war entschlossen, nur für den Fall, dass ein Vorgesetzter ihn auffordern würde, zu morden, ohne dass direkte, unmittelbare Lebensgefahr für diesen bestand, notfalls selbst in diesem Fall entschlossen und präzise zu töten, um weiteren Schaden von den Grundwerten seines Landes abzuwenden, denn Rassismus und Menschenselektion lehnte der gute Soldat sowohl innerlich als auch treu seiner Überzeugung offen ab, und so hatte er sich hierzu im Gespräch mit einem Oberst der Bundeswehr bekannt.

Sie sind eine Gefahr, schimpfte dieser, und nicht viel später fingen Politiker aller Art an, sich im Bundestag, ihrem selbsternannten Altersheim, über die Thesen des guten Soldaten erbittert herumzustreiten. Ohne dass irgend etwas im Lande dadurch besser wurde.

Was für eine schlechte Arbeitseinstellung müssen diese Menschen haben, dachte der gute Soldat. Was für ein trauriges, furchtbar selbstgerechtes Leben. Kein Wunder, dass die alle so verbittert sind, dass sogar Journalisten über derart ausgefallene Menschen und ihre traurigen, weltfremden Ansichten aller Art berichten.

Ein Zoo voller Tiere ist nichts dagegen, dachte er oft.

Die versteht man wenigstens noch, in ihrem stets natürlichen Verhalten.

Aber das sagte er lieber keinem. Als guter Soldat war er natürlich tolerant.

Toleranz ist immer noch ein Eckpfeiler der Demokratie, wenn sonst nichts mehr ist, hatten sie sich zu Hause angewöhnt zu sagen. Und ihre Kinder hatten viele Freiheiten, die andere Kinder nicht mehr hatten, da ihre Eltern Autokratie in jeder Form ablehnten, während andere Eltern…

na ja.

Die waren da wohl noch nicht ganz so weit, und machten sich selbst das Leben schwer.


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  • Ein Friedens-stiftender Soldat, die Kapitulation erzwingender Soldat!

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Wo gab es denn sowas?

Das hat die Welt noch nicht gesehen, schrieb ein einsamer Journalist auf seinem Blog.
Was für ein Skandal, was für ein Sturm im Wasserglas, dachte sich der gute Soldat immer.

Doch freute er sich über jeden guten, rechtschaffenen Gedanken, der auf SocialMedia geteilt wurde. Tja ja. Ab und zu, man glaubt es kaum, da gab es sogar Unterstützer.

Aber dort wurden auch viele dumme, primitive Thesen gedroschen, von des Kampfes völlig unerfahrenen Menschen, die alle jederzeit behaupteten, Volkes Stimme gegenüber den anderen zu vertreten. Kein Wunder, wenn sich jeder Politiker 10.000 Euro auf Kosten hart arbeitender Menschen in die eigenen Taschen steckte, was sie Politiker-Diät nannten. Was für ein Sodom und Gomorrha, dachte sich der gute Soldat. Aber er wollte ja keinen beleidigen, und so begann er, mehr und mehr ein Mann der Tat, statt des vergeblichen Rufers in der Wüste zu werden.

Im täglichen Kampf, in der Übung des schrecklichen Kampfes im Rahmen seiner Ausbildung zeigte sich der gute Soldat durch seine überlegene Handlungsethik, welche er inzwischen auf die Grundwerte Ehrbarkeit, Rechtschaffenheit, Schutz der Familien und der gerechten Teilhabe auf Leben zurückgeführt hatte, stets überlegen. Er gewann nicht immer die Kampfprobe, aber doch immer öfter. Indem er gezielt zunächst diejenigen Menschen aus dem Spiel des Todes nahm, welche er mit stumpfer Waffe am Hals erlegt hatte, so war das Kampffeld schnell ohne Führung. Im dann ausbrechenden Chaos derjenigen Chaoten, die niemals auch nur einen guten Gedanken über Sinn und Zweck ihrer Übung verbraucht hatten, nämlich den Krieg nicht nur zu gewinnen, indem man möglichst viele andere niederrattert, sondern vielmehr Frieden durch Kapitulation herzustellen, war der gute Soldat als ein verdammt guter, und grausamer Kämpfer berüchtigt. Binnen kürzester Zeit stellte der gute Soldat immer wieder ein solches Chaos her, dass alle anderen dermaßen auf der Suche nach dem guten Soldaten und seiner wenigen ersten Unterstützer waren, dass die völlige Kapitulation der gegenseitig sich vernichteten Spiel-des-Todes Truppen viele einfach gestrickte Kameraden zur völligen Verzweiflung aus Überforderung führte.

Denn der gute Soldat war nicht nur ein guter Mensch, nein, er hatte auch gelernt, schlau wie ein Hund im Schutze der Verfassung vorzugehen. Und da dieser ja auch oft aus dem Dorf geprügelt wurde, so war er dem guten Soldaten stets ein Vorbild, nicht selbst eines Tages hinterrücks von selbstgerechten Elementen ermordet zu werden, deren Existenz dem guten Soldaten immer wieder allseits zugeflüstert wurde.


  • Endlich zu Hause, am Wochenende.

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In seinem Dorf war der gute Soldat als angesehener, ehrbarer und rechtschaffener Mensch bekannt. Seine Frau und er hatten das Glück, trotz aller Kämpfe die Eltern von vier wunderbaren Kindern zu sein, und sie gaben ihre Werte an alle 4 Kinder weiter, die nun ihrerseits rechtschaffene, ehrliche, und anständige Menschen werden wollten, auch wenn nicht alle 4 Kinder ihrerseits Soldat wurden.

Die erste Tochter, welch unerfasstes Glück, beschloss eines Tages, in einem Bretterverschlag am ehemaligen Schaffnerhäuschen des nahegelegenen Bahnhofs ihres Heimatortes Helpup eine Bahnhofsmission zu gründen, um dem zunehmend bekannten Namen des Ortes, welcher damals noch ein kleines Dorf war, alle Ehre zu machen.

Der älteste Sohn studierte Informatik im Selbststudium im Internet, denn er lehnte es aus ethischen Gründen ab, auf Kosten der Steuerzahler jahrelang an der Uni herumzusitzen, wie sein Vater es noch getan hatte. Dann gründete er ein Online-Demokratieprojekt in Form der NGO von Dynamic Applications, und als Proof-of-Concept implementierte er auf Twitter eine globale Abstimmung als Waage zwischen neuen Ideen und der Verbesserung bewährter Grundwerte seines Basisprogramms zur Bestimmung von Werten. Das war so abgefahren, dass tausende staundender Menschen schon bald die Website besuchten, die quasi ein Museum der Zukunft darstellte.

Aber die Menschen, die konnten sich jetzt wenigstens rund um die Welt ein Bild machen.
Und diese Menschen, die wollten auch ein Recht auf Leben, auf Familie, auf Teilhabe.

Ein jeder für seinen Teil.

Das hatte der gute Soldat verstanden.

Und das war genau der gute Grund, auf dem der gute Soldat den Krieg gewonnen hatte.

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Die zweite Tochter wurde später Landrätin in Brasilien, einem fernen Land an den Ufern des Amazonas, des damals noch größten Flusses der Welt, der mitten durch die Wüste der Sojabohnenfelder, noch bevor diese zur erbarmungslosen Wüste wurden, Leben erschaffte.

Und der kleinste, der jüngste Sohn seines Vaters, den dieser mit 60 Jahren noch das Glück hatte kennenlernen zu dürfen, der wurde Pastor. Er hatte verstanden, wie grausam und schwer die Last der Gerechtigkeit auf den Schultern des Vaters manchmal lastete. Und da er sich vorgenommen hatte, doch wenigstens noch eine wichtige Rolle auszuüben, die drei Vorgeborenen nicht gefunden hatten, so fand er seine Erfüllung in der Verbreitung einer ur-christlichen Theologie, die er um demokratische Elemente angereichert hatte, um der Ehrbarkeit seines älteren Bruders nicht in den Rücken zu fallen. Hierzu hatte er die ganze Bibel nach Stellen der Gleichberechtigung abgesucht, und diese in seinem eigenen Lehrbuch zusammengetragen, welches weder von der katholischen noch der evangelisch-lutherischen Kirche jemals offiziell anerkannt wurde.

Die evangelisch-reformierten Pfarrer seines Heimatortes Helpup aber, des Namens Friedhelm Nachtigal und Stefan Weise, die fanden insgeheim und auch grundsätzlich durchaus Gefallen an der Idee eines neu-reformierten Glaubens. Als Pfarrer ist es ja auch nicht soo schön, jede Woche die gleichen Geschichten von anno dazumal erzählen zu müssen.

Aber sie hatten diskutiert, dass der Mensch gut daran täte, stets nur mit gutem Beispiel voranzugehen, auch um den inzwischen friedlich verstorbenen Vater, also den guten Soldaten, zu ehren, welcher auf dem Friedhof des Dorfes begraben lag. Zu seiner Beerdigung waren über 100 Menschen gekommen, und die Kirche war voll gewesen an dem Tag.

Da er somit keine Kirche fand, in der er predigen konnte, nutzte er einfach weiter die Tischlerei seines Vaters, und nachdem mehr und mehr Menschen weltweit zu der Ansicht gelangt waren, dass man sich mit Menschen des neu-reformierten Glaubens besser nicht anlegen sollte, verdiente er sein Tagebrot auf ehrliche und rechtschaffene Art als einfacher Dorf-Tischlersohn.

Auch er und seine Familie hatten stets genug zu essen, denn mit dem Programm seines ältesten Bruders, und der Ethik von Vater und Mutter im Herzen, zahlte er stets pünktlich seine Steuern. Und auch er machte seinen Kunden einen so guten Preis, den auch die skeptischen niemals ablehnen konnten, dass er oft um Entschuldigung bitten musste, wenn ein neuer Kunde ihn abends anrief.

Wie lange können Sie warten?

waren stets seine Worte, wenn ein neuer Mensch darum bat, sein Kunde werden zu dürfen. Um sich und seiner Familie ein kleines, handgemachtes Bauwerk, vielleicht sogar eine Haustür erbauen zu lassen, auf dass auch ihre Kinder Orientierung im Leben finden mögen.

Und auch zu der Zeit war Guter Rat oft teuer.


You never change something by


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Als Autor dieser Gedanken beantrage ich, dass die Piratenpartei, dass ein jeder gute Pirat sich dafür einsetze, dass wieder gute Soldaten in die Bundeswehr einwandern dürfen, und dort als gleichberechtigte Menschen aufgenommen werden sollen, dort jederzeit auch ohne Kerker und Verfolgung teilhaben dürfen, und auch dort die gerechte, schnellstmögliche Beendigung des Krieges üben dürfen.

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Bitte vergebt mir, wenn ihr anderer Meinung seid.
Ich wusste das nicht besser.

ich dachte halt, das könnte doch noch einmal wichtig sein.

Liberation.

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Denn Freiheit sollte schon immer die Freiheit der Andersdenkenden sein.

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Leopoldshöhe-Greste, den 10.08.2019.

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Nun ist Eure Meinung gefragt, liebe SocialMedia-Fangemeinde.
Das soll in einem ur-demokratischen, sozialen Bundesstaat nicht unerwähnt bleiben.

Ich leb da wohl immer noch, am Ortsrand Helpup.
Und am 25.04.2020, da werde ich dann wohl 50 Jahre. Es ist jeder herzlich eingeladen.

Der Autor.

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gezeichnet:
Martin Bernhardt, geb. Grote
www.dynamic-applications.org

Even more than towards past, i use to look towards the future.
As this is where i intend to live. Albert Einstein, 1879-1955.


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About Dynamic Applications.

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Dynamic Applications is a small business consultancy focused on customers, product cost, efficiency, sales, and net profit. We support Startups in developing 21st century Business Models. We’re driven by thousands of independent voters. Altogether, we develop Perfect Desire, an evolving platform of free and simple business plan calculators for everyone.

We vote in online democracy, we deliver for free. we work for you, and we call them Dynamic Applications.

at Dynamic Applications, we work to empower people.
we are Sharing Economy. Follow us to gain.

we the people make a wish come true.

Thank you for choosing to visit Dynamic Applications, today. Comment section is open.

One thought on “der gute Soldat.

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